Wie sich Krebszellen selbst zerstören

Gib der (Krebs-)Zelle Zucker!

Zucker kann Krebszellen in den Selbstmord treiben, das haben Wissenschaftler festgestellt

Viele Menschen macht Zuckerhaltiges glücklich. Krebszellen jedoch treibt ihre Vorliebe für Süßes offenbar in den Selbstmord. Hört sich komisch an? Tatsächlich ist das die Folgerung von Wissenschaftlern der Universität von Kalifornien und der Kyushu Universität, die bislang Ähnliches an Mäusen beobachtet haben.

zucker_rieselt_99275308.jpg
Es ist natürlich nicht einfacher Haushaltszucker, um den sich die Forschung hier dreht, sondern 2-Deoxyglucose.
Getty Images/Hemera

Denn das Team hat Krebszellen, die Glukose aufnehmen, dazu gebracht, einen Zucker zu konsumieren, der für sie giftig ist. Dieser Zucker hinterlässt in den Zellen einen so genannten "Selbstmord-Schalter", der die Zellen verwundbar macht, schreiben die Wissenschaftler im Magazin "Cancer Research".

Gib' der Zelle Zucker: 2-Deoxyglucose

Bei der fürs Wachstum notwendigen Energiegewinnung  hingen viele Krebszellen fast ausschließlich von Glukose ab, erläutern die Wissenschaftler in ihrem Artikel. Nun sei deutlich geworden, dass sich die Zellen ebenso einen ähnlichen Zucker einverleiben: die 2-Deoxyglucose. Dieser Zucker tilgt jedoch einen Eiweißstoff im Zellinneren, welcher einen Selbstmord-Schalter überwacht. Sobald dieser einmal frei gelegt wird, kann der Schalter mit Unterstützung des Medikaments ABT-263 aktiviert werden. Die betroffenen (Krebs-)zellen werden anschließend durch die Freisetzung der Eiweißstoffe dazu gebracht, sich selbst zu zerstören.

Dieser Ansatz könnte einem Bericht im Magazin "New-Scientist" zufolge das Ende für verschiedene Krebsarten bedeuten, vornehmlich Leber-, und Brustkrebs sowie Krebserkrankungen des Blutes. Bei Mäusen ist es bereits gelungen, aggressive menschliche Prostatakrebstumore innerhalb von Tagen verschwinden zu lassen. Die Forscher setzen sich jetzt dafür ein, eine klinische Studie zu dieser Forschungsreihe durchzuführen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. Dezember 2011
Quellen: http://cancerres.aacrjournals.org/

Zum Seitenanfang