Schädelhirntrauma

Erhöhte Gewaltbereitschaft nach Hirnverletzungen

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Patienten mit Schädelhirntrauma, werden deutlich häufiger kriminell als Gesunde.

Hirnverletzungen können die Gewaltbereitschaft der Betroffenen erhöhen - so die Ergebnisse einer schwedischen Studie, in der Personen nach Schädelhirntrauma deutlich häufiger straffällig wurden, als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Patienten, die Verletzungen der Schädelknochen und des Gehirns (Schädelhirntrauma) erleiden, werden danach deutlich häufiger kriminell als Gesunde, so die Ergebnisse einer schwedischen Studie. Im Gegensatz dazu ist Epilepsie kein Risikofaktor für eine erhöhte Gewaltbereitschaft - auch das untersuchten die Wissenschaftler.

Mit etwa neun Prozent liegt die Kriminalitätsrate bei Personen nach Schädelhirntrauma (SHT) deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Dies belegt die Auswertung schwedischer Klinikstatistiken der Jahre 1973 bis 2009. Die Daten von fast 23 000 hirnverletzten Patienten wurden mit denen von ebenso vielen an Epilepsie leidenden Patienten sowie mit Durchschnittsdaten der Bevölkerung verglichen.

Fazit: Epilepsie scheint nicht zu einer erhöhten Rate an kriminellen Delikten zu führen, Hirnverletzungen dagegen sehr wohl. Gezählt wurden unter anderem auch schwere Verbrechen wie Mord, Überfall, Raub, Brandstiftung oder Sexualverbrechen.

Eine mögliche Erklärung für die Ergebnisse ist die erniedrigte Hemmschwelle für Gewalt, zum Beispiel nach Schädigungen des Frontalhirns. In dieser Region des Hirns dominieren Funktionen wie Vernunft und schlussfolgerndes Denken. Menschen mit Verletzungen entsprechender Bereiche fallen unter anderem durch fehlende Berücksichtigung von Handlungskonsequenzen, Impulskontrollstörungen und die ungenügende Beachtung von Regeln auf.

Die Ergebnisse der schwedischen Studie werden durch Beobachtung von Vietnam-Veteranen gestützt: Auch hier zeigten diejenigen, die im Krieg Hirnverletzungen erlitten hatten, danach eine deutlich erhöhte Gewaltbereitschaft.

Autor: Anna Stretz
Letzte Aktualisierung: 07. März 2012
Quellen: CME 1/12, S.4, cd: „Schneller kriminell durch Schädelhirntrauma“; PLoS Med 2011, 8:e1001150

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