Tumore bei Frauen
Fettschürze begünstigt Eierstockkrebs
Wenn eine Frau zu viel Bauchfett hat, kann dies das Tumorwachstum fördern
Der Eierstockkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren bei Frauen. Nun konnten Wissenschaftler feststellen, dass eine Fettschürze am Bauch die Ausbreitung von Eierstockkrebs begünstigt. Zu diesem Fazit gelangen die Autoren einer Studie der Universität von Chicago.
Im Jahr 2006 wurden laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei etwa 9.670 Frauen erstmals ein Eierstockkrebs festgestellt. Das Ovarialkarzinom steht damit bei der Häufigkeit von Krebsarten des weiblichen Geschlechts an fünfter Stelle. Das durchschnittliche Erkrankungsalter ist 67 Jahre, also nach den Wechseljahren, vor dem 40. Lebensjahr tritt er sehr selten auf.
Ausbreitung in der Fettschürze
In 80 Prozent der Fälle breitete sich der Eierstockkrebs in der Fettschürze (Omentum) aus, stellten die Verfasser der Studie fest. Haben die Krebszellen einmal diese Schürze erreicht, übernehmen sie sie regelrecht, so ihre Beobachtung. Das Omentum liegt im oberen Bauchbereich, nahe am Magen. Es hilft die umliegenden Organe zu stützen, ist aber nicht von entscheidender Bedeutung. Häufig übertrifft das Krebswachstum im Omentum das Wachstum des ursprünglichen Tumors.
Das Team um Ernst Lengyel in Chicago injizierte Eierstockzellen in den Bauchbereich von gesunden Mäusen. Sie erreichten das Omentum innerhalb von nur 20 Minuten. Es zeigte sich, dass vom Omentum abgegebene Proteinsignale die Tumorzellen anzogen. Eine Störung dieser Signale verringerte die Anziehung um mindestens 50 Prozent. Hatten die Krebszellen das Omentum erreicht, veränderten sie sich und ernährten sich dann von den Fettzellen.
Fettstoffwechsel spielt wichtige Rolle
Laut Lengyel entsprechen die Zellen der Fettschürze biologisch gesehen in etwa Flugzeugtreibstoff: "Sie ernähren die Krebszellen und ermöglichen ihnen, sich rasch zu vermehren. Wenn wir mehr über diesen Vorgang wüssten, könnten wir auch Verfahren finden, um ihn zu unterbrechen."
Die aktuellen Forschungsergebnisse legen nahe, dass der Fettstoffwechsel auch bei der Entwicklung anderer Krebsformen wie Brustkrebs sowie Magen- und Darmkrebs eine Rolle spielt.
- Details der Studie wurden in Nature Medicine veröffentlicht.
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