Tumore bei Frauen

Fettschürze begünstigt Eierstockkrebs

Wenn eine Frau zu viel Bauchfett hat, kann dies das Tumorwachstum fördern

Bald-Frueherkennung-auf-dem-Markt-56529709.jpg
Die Zellen der Fettschürze entsprechen biologisch gesehen in etwa Flugzeugtreibstoff, erklärt einer der Wissenschaftler.
(c) George Doyle

Der Eierstockkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren bei Frauen. Nun konnten Wissenschaftler feststellen, dass eine Fettschürze am Bauch die Ausbreitung von Eierstockkrebs begünstigt. Zu diesem Fazit gelangen die Autoren einer Studie der Universität von Chicago.

Im Jahr 2006 wurden laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei etwa 9.670 Frauen erstmals ein Eierstockkrebs festgestellt. Das Ovarialkarzinom steht damit bei der Häufigkeit von Krebsarten des weiblichen Geschlechts an fünfter Stelle. Das durchschnittliche Erkrankungsalter ist 67 Jahre, also nach den Wechseljahren, vor dem 40. Lebensjahr tritt er sehr selten auf.

Ausbreitung in der Fettschürze

In 80 Prozent der Fälle breitete sich der Eierstockkrebs in der Fettschürze (Omentum) aus, stellten die Verfasser der Studie fest. Haben die Krebszellen einmal diese Schürze erreicht, übernehmen sie sie regelrecht, so ihre Beobachtung. Das Omentum liegt im oberen Bauchbereich, nahe am Magen. Es hilft die umliegenden Organe zu stützen, ist aber nicht von entscheidender Bedeutung. Häufig übertrifft das Krebswachstum im Omentum das Wachstum des ursprünglichen Tumors.

Das Team um Ernst Lengyel in Chicago injizierte Eierstockzellen in den Bauchbereich von gesunden Mäusen. Sie erreichten das Omentum innerhalb von nur 20 Minuten. Es zeigte sich, dass vom Omentum abgegebene Proteinsignale die Tumorzellen anzogen. Eine Störung dieser Signale verringerte die Anziehung um mindestens 50 Prozent. Hatten die Krebszellen das Omentum erreicht, veränderten sie sich und ernährten sich dann von den Fettzellen.

Fettstoffwechsel spielt wichtige Rolle

Laut Lengyel entsprechen die Zellen der Fettschürze biologisch gesehen in etwa Flugzeugtreibstoff: "Sie ernähren die Krebszellen und ermöglichen ihnen, sich rasch zu vermehren. Wenn wir mehr über diesen Vorgang wüssten, könnten wir auch Verfahren finden, um ihn zu unterbrechen."

Die aktuellen Forschungsergebnisse legen nahe, dass der Fettstoffwechsel auch bei der Entwicklung anderer Krebsformen wie Brustkrebs sowie Magen- und Darmkrebs eine Rolle spielt.

Autor: sl
Letzte Aktualisierung: 02. November 2011
Quellen: http://nature.com/nm; http://uchicago.edu und http://www.pressetext.com/de

Fragen zum Thema

Aktuelle Top-Themen

Bluthochdruck-Risiken: Salz, Zucker, Handy
Unbemerkte Gefahr Hypertonie

Bluthochdruck-Risiken: Salz, Zucker, Handy

Dass Salz den Blutdruck erhöht, wissen die meisten. Doch es gibt noch andere Faktoren, die ihn beeinflussen mehr...

Schon Blutdruck 140/90 schadet dem Gehirn
Hohes Demenzrisiko

Schon Blutdruck 140/90 schadet dem Gehirn

Welt-Hypertonie-Tag: Leicht erhöhter Blutdruck lässt das Hirn im Zeitraffer altern mehr...

Die wichtigsten Fragen zur Brustkrebsvorsorge
Angelina Jolie wählte Amputation als Prophylaxe

Die wichtigsten Fragen zur Brustkrebsvorsorge

Angelina Jolie brachte viele Frauen zum Nachdenken über die eigene Brustkrebsvorsorge. Lifeline klärt wichtige Fragen mehr...

Masern-Ausbruch in München
Nach 1970 geboren? Gegen Masern impfen lassen!

Masern-Ausbruch in München

Masern sind keine „Kinderkrankheit“ mehr. Zunehmend sind auch ältere Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Eine Ansteckung mit Masernviren führt in über 95 Prozent der Fälle zum Krankheitsausbruch mit... mehr...

Weiterführende Artikel

Designer-Drogen als globales Gesundheitsproblem

Designer-Drogen als globales Gesundheitsproblem

So gut wie jede Woche kommen in Europa neue Drogen auf den Markt - mit unabschätzbaren Risiken für... mehr...

Personalisierte Medizin gegen Krebs

Personalisierte Medizin gegen Krebs

Fast eine halbe Million Deutsche wird jährlich von Tumoren befallen. Doch Krebs ist nicht gleich... mehr...

Fast 80 000 HIV-Infizierte in Deutschland

Fast 80 000 HIV-Infizierte in Deutschland

In Deutschland leben rund 78 000 Menschen mit dem Aidserreger HIV und damit etwas mehr als im... mehr...

Krebs-Stammzellen im Blut identifiziert

Krebs-Stammzellen im Blut identifiziert

Heidelberger Forscher entdecken Brustkrebsstammzellen im Blut von erkrankten Frauen. Ihre... mehr...

Ratgeber
  • HämorrhoidenHämorrhoiden

    Hämorrhoiden sind weder Schicksal noch entstehen sie durch schlechte Hygiene - erfahren Sie mehr

  • SchwangerschaftSchwangerschaft

    Auf unserem Schwesterportal finden Sie alles über Kinderwunsch, Schwanger- schaft, Geburt und Baby

  • Augen und SehkraftAugen und Sehkraft

    Was verbirgt sich hinter AMD? Was ist ein Sicca-Syndrom? Erfahren Sie alles über Augenerkrankungen.

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere über 50 Gesundheitsexperten beantworten Ihre Medizin-Fragen.

mehr lesen...
Lifeline auf Twitter folgen

Lifeline-Fan auf Facebook werden

Zum Seitenanfang