Diabetes

Zuckerkrank durch schlechten Schlaf?

Kurz oder schlecht zu schlafen erhöht die Gefahr an Diabetes zu erkranken um das Vier- bis Siebenfache. Zu diesen Ergebnissen kamen japanische Forscher in einer jüngst veröffentlichten Studie mit insgesamt 3570 Teilnehmern im Alter von 35 bis 55 Jahren.

Zuckerkrank durch schlechten Schlaf?
Eine neue Studie hat ergeben, wer nicht ausreichend oder schlecht schläft wird öfter zuckerkrank.
Getty Images/Goodshoot RF

„Liebe nicht den Schlaf, damit du nicht arm wirst; halte deine Augen offen und du hast Brot genug“: Wer diesen alten Rat König Salomos befolgt, wird sich über kurz oder lang vielleicht nur wenig um sein täglich Brot, dafür umso mehr um dessen Gehalt an Broteinheiten Gedanken machen müssen.

Denn nicht ausreichend oder schlecht zu schlafen erhöht die Gefahr, zuckerkrank zu werden. Laut den Ergebnissen einer kürzlich veröffentlichten japanischen Studie lässt eine Schlafdauer von fünf Stunden oder weniger das Diabetes-Risiko der Betroffenen um mehr als das Fünffache steigen - verglichen mit Personen, die länger als sieben Stunden schlafen. Nachts immer wieder aufzuwachen geht mit einer fünffach erhöhten Erkrankungswahrscheinlichkeit einher. Wer seine Schlafdauer als ungenügend empfindet, trägt ein knapp siebenfach, diejenigen, die insgesamt mit der Schlafqualität unzufrieden sind, immerhin ein vierfach erhöhtes Risiko, eine Zuckerkrankheit zu entwickeln.

Genetische Vorbelastung hebelt Regel aus

Untersucht haben den Zusammenhang von Schlafqualität und Diabetesrisiko Forscher um Toshiko Kita von der Universität Hokkaido in Sapporo. Zwischen April 2003 und März 2004 hatten sie insgesamt 3570 gesunde Mitarbeiter von Kommunalverwaltungen im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen einem gesundheitlichen Check-up unterzogen und sie per Fragebogen nach ihrer Schlafqualität befragt. Die gleiche Prozedur wurde vier Jahre später wiederholt. Während der Follow-up-Periode waren insgesamt 3,4 Prozent der Teilnehmer neu an Diabetes erkrankt, das heißt, sie mussten entweder mittlerweile Antidiabetika einnehmen oder wiesen krankhaft erhöhte Blutzuckerwerte auf.

Gültig waren diese Zusammenhänge allerdings nur für diejenigen Untersuchungsteilnehmer, die keine an Diabetes erkrankten Verwandten ersten Grades besaßen. Kita und Kollegen erklären diese Unterschiede mit den speziellen Entstehungsmechanismen der Zuckerkrankheit bei erblich vorbelasteten Personen. Sie argumentieren, dass Personen mit Diabeteserkrankungen in der Familie, früher erkranken als familiär unbelastete Personen. Zum Untersuchungszeitpunkt seien familiär vorbelastete Untersuchungsteilnehmer daher oft bereits an einer Blutzuckerregulationsstörung oder einem manifesten Diabetes erkrankt gewesen, sodass Schlafdauer oder Schlafqualität bei ihnen das Risiko einer Neuerkrankung kaum noch beeinflussen konnten.

Zehn Tipps, um Diabetes vorzubeugen

Autor: Anna Stretz / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 05. März 2012
Quellen: Dr. Robert Bublak, Diabetes – eine Schlafkrankheit? springermedizin.de; basierend auf: Kita T et al.; Short Sleep Duration and Poor Sleep Quality Increase the Risk of Diabetes in Japanese Workers With No Family History of Diabetes. Diabetes Care 2012; 35: 313–318

Neueste Fragen aus der Community
  • Gesunder Urlaub
    Chamomilla D12
    heute, 11:40 Uhr von T.P.

    Meine Tochter ist 17 Wochen alt und schläft tagsüber kaum. Nachts schläft sie ohne...  mehr...

  • Hausarzt
    12 Stunden
    heute, 11:09 Uhr von Katharina..

    Sehr geehrte Fr. Dr. Schulz und Fr. Dr. Männel, ich ließ kürzlich einen...  mehr...

  • Forum Wechseljahre
    Psyche !?
    heute, 11:07 Uhr von gelimaus58

    Hallo ihr lieben  wie äußern sich bei Euch Psychische probleme ? Kann man diese mit WJ...  mehr...

Aktuelle Top-Themen
Nierensteine: Sommerhitze erhöht das Risiko
Mehr trinken zum Ausgleich

Schattenseiten des Hochsommers: An extrem heißen Tagen verliert der Körper jede Menge Flüssigkeit mehr...

Feuchtwarmes Wetter spielt Zecken in die Karten
Die Parasiten lieben es schwül

An schwülen Tagen fühlen sich Zecken pudelwohl. Experten verraten, wie man sich vor ihren Krankheiten schützen kann mehr...

"Schmerzen seit sechs Monaten? Ab zum Schmerztherapeuten!"
Interview mit Lifeline-Expertin Dr. Alexandra Katinka Mayer

Wie entstehen chronische Schmerzen? Interview mit Lifeline-Expertin Dr. Alexandra Mayer mehr...

Bei Hitze Blutdruck kontrollieren
Tägliche Blutdruckkontrolle im Sommer

Wer Bluthochdruck hat, sollte bei Hitze täglich seinen Blutdruck kontrollieren mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Ratgeber
  • ArthroseArthrose

    Gelenkverschleiß stoppen und endlich wieder frei von Schmerzen sein mehr...

Zum Seitenanfang