Antibiotika-Resistenz

Wenn Bakterien resistent werden

Wenn Bakterien gegen Antibiotika resistent werden
Zu hohe Dosierung fördert die Entwicklung von Antibiotika-Resistenz
Getty Images/Hemera

Mit der Entdeckung von Antibiotika haben viele Infektionserkrankungen ihre Schrecken verloren. Doch immer häufiger verfehlen Antibiotika ihre Wirkung.

Antibiotika sind Wirkstoffe, die gezielt vor allem bakterielle Erreger treffen. Viele schwere Infektionskrankheiten, die früher oft tödlich endeten, können heute mit Antibiotika wirksam behandelt werden. Doch in den letzten Jahren treten zunehmend Krankheitserreger auf, die gegen die Wunderwaffen immun sind.

Wandelbare Bakterien werden resistent gegen Antiobiotika

Bakterien ändern nämlich immer wieder ihr Erbgut. Dabei kann zufällig ein einzelnes Bakterium entstehen, das gegen die Wirkung eines Antibiotikums unempfindlich ist. Während andere Keime ringsum von dem Medikament ausgeschaltet werden, kann sich der veränderte Erreger ungehindert vermehren - er ist resistent geworden. Und nicht nur das: Bakterien können Informationen über Abwehrmechanismen auch an andere Keime weitergeben, sogar an völlig anders geartete Bakterien. Diese zeigen sich dann ebenfalls gegen das entsprechende Antibiotikum resistent.

Hohe Gefahr der Antibiotika-Resistenz in Krankenhäusern

Solche Antibiotika-Resistenzen  werden in der Medizin immer mehr zum Problem, besonders in Krankenhäusern, aber nicht nur dort. Heute sind rund siebzig Prozent der Bakterien, die in Krankenhäusern Infektionen verursachen, gegen mindestens ein Antibiotikum resistent. Eine Entwicklung, die besonders bei bestimmten Eiter- und Durchfallerregern Anlass zu Besorgnis gibt, da es hier leicht zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann.

Wie lässt sich diese Zunahme von Antibiotika-Resistenz erklären?

Antibiotika wurden lange Zeit sehr großzügig verschrieben – oftmals zu schnell oder nicht in der erforderlichen Dosierung. Außerdem brechen Patienten nicht selten die Einnahme vorzeitig ab. All dies fördert die Entwicklung von Resistenz. Hinzu kommt der zum Teil massive Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht: resistente Keime können auch durch den Verzehr von Fleisch und Fisch in den menschlichen Körper gelangen. Schließlich kann selbst mit Gülle gedüngtes Gemüse mit resistenten Keimen verunreinigt sein.

Wie kann sich der Verbraucher vor Antibiotika-Resistenz schützen?

Experten empfehlen, um einer Antibiotika-Resistenz vorzubeugen mit Antibiotika möglichst zurückhaltend umzugehen. Im Krankheitsfall sollte man mit dem Arzt klären, ob die Einnahme eines Antibiotikums zum gegebenen Zeitpunkt zwingend erforderlich ist. Wenn dem so ist, muss das Medikament unbedingt genau nach Vorschrift eingenommen werden – und Reste dürfen keinesfalls über die Toilette entsorgt werden.



Außerdem ist es gegen eine Antibiotika-Resistenz ratsam, Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen und Fleischprodukte ausreichend zu erhitzen. Personen mit geschwächter Abwehr sollten außerdem auf den Genuss von rohem Fleisch und Rohmilchprodukten verzichten.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2008
Quellen: Nach Informationen des GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Kommunikation

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