Embryoscreening

Verfahren des Embryoscreenings scheinbar sicher

Die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID), bei der Embryonen vor der Einpflanzung untersucht werden, stellt keine Gefährdung für Einzelkinder dar.

Die Forscher beobachteten 12 Jahre lang 581 Kinder, die mithilfe von PID-Techniken untersucht wurden. Sie fanden heraus, dass bei Einzelgeburten die Rate von Geburtsfehlern und Todesfällen ähnlich groß ist wie bei jenen in-vitro-gezeugten Einzelkindern, die mittels anderer Methoden untersucht wurden. Hingegen scheint das PID-Verfahren bei Mehrlingsgeburten mit einer größeren Todesrate der Kinder einherzugehen. Die Untersuchungen sollten den Verdacht abklären, nach dem das PID-Screening, bei dem einige Zellen des Embryos entfernt und untersucht werden, Probleme mit sich bringen kann. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass die Geburtsfehlerrate von Mehrlingskindern nicht höher zu sein scheint als die jener künstlich gezeugten Kinder, die nicht mittels PID-Screening untersucht wurden.

Im Detail sehen die Ergebnisse so aus: 2,13 Prozent der mit PID untersuchten Kinder hatten Geburtsdefekte. Bei den 2889 Kindern, die kein entsprechendes Screening bewältigt hatten, waren es 3,38 Prozent. Die perinatale Todesraten, also die Todesfälle unmittelbar vor oder nach der Geburt, glichen sich ebenfalls. Bei Mehrlingsgeburten jedoch zeigte sich ein deutlicher Unterschied. In der PID-Gruppe betrug die Rate 11,73 Prozent, während es in der anderen Gruppe nur 2,54 Prozent waren.

Professor Inge Liebaers, Leiterin des Zentrums für medizinische Genetik am University Hospital Brussel, sagt: "Aktuell fehlt uns noch eine Begründung für den Umstand, dass die Sterbewahrscheinlichkeit von Mehrlingen, die mithilfe von PID untersucht wurden, so viel höher ist als die anderer Mehrlinge. Wir müssen vorsichtig sein mit voreiligen Schlussfolgerungen." Sie erklärt außerdem, dass weitere Studien über die Langzeitfolgen der PID bei Mehrlingsgeburten benötigt werden. Es habe sich jedoch gezeigt, dass von der Präimplantationsdiagnostik keine Geburtsschäden zu erwarten sind.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 04. Januar 2010
Quellen: Nach Informationen des Fachjournals „Human Reproduction“ und BBC News

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