Risikofaktor Frühgeburt

Speicheltest soll Auskunft geben

Britische Forscher fanden heraus, dass ein einfacher und preiswerter Speicheltest dazu beitragen könnte, das Frühgeburtenrisiko einer Schwangeren zu bestimmen.

Ist bekannt, dass eine Frau mit hoher Wahrscheinlichkeit zu früh gebären wird, können Ärzte rechtzeitig mit der Gabe von Steroiden beginnen. Kortikosteroide tragen dazu bei, dass die Lungen des Kindes schneller reifen. Auf diesem Weg verringern sie das Risiko für schwerwiegende Atemfunktionsstörungen und verbessern die Lebenschancen des Kindes. Forscher aus Großbritannien haben nun herausgefunden, dass der Speichel von Frauen, die sehr früh in den Wehen liegen, einen auffällig niedrigen Progesteronspiegel aufweist. Experten vermuten, dass das Hormon eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Frühgeburten spielt. Die Studie ist im "British Journal of Obstetrics Gynaecology" erschienen.

Die Forscher des University College London und des King's College London kamen nach Auswertung ihrer Studie zu dem Schluss, dass die regelmäßige Kontrolle des Progesteron-Spiegels des Speichels eine einfache und preiswerte Methode zur Früherkennung von vorzeitigen Wehen sein könnte. Das Forscherteam untersuchte 92 Frauen, die ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt aufwiesen. Dabei stießen sie auf die Beobachtung, dass der Speichel jener Frauen, die vor der 34. Woche entbanden, signifikant weniger Progesteron aufwies als der von Normalgebärenden. Dieser messbare Unterschied zeigte sich bei allen Frauen, die von der 24 an bis zur 34 Woche entbanden.

"Speichel lässt sich leicht untersuchen, und es wäre schön, wenn wir in der Zukunft nur noch eine kleine Speichelprobe nehmen müssten, um festzustellen, ob eine Frau zu Frühgeburten neigt", erläutert Studienleiterin Lucilla Poston. Noch ist nicht klar, wie genau das Hormon Progesteron den Beginn der Wehen beeinflusst. Die Forscher vermuten, dass ein geringer Progesteron-Spiegel bakterielle Infektionen begünstigen kann, die mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten in Zusammenhang gebracht werde. Eine weitere große Studie soll die neuen Erkenntnisse bestätigen.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2009
Quellen: Nach Informationen des British Journal of Obstetrics Gynaecology

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