Alkohol im Mutterleib erhöht Trinksuchtrisiko des Nachwuchses
Lässt sich die werdende Mutter trotz Schwangerschaft hin und wieder Glas Wein oder Bier munden, schmeckt auch dem Nachwuchs in späteren Jahren der Alkohol.
Welche Mechanismen begünstigen die Entstehung von Alkoholsucht? Amerikanische Wissenschaftler wollten es genau wissen und verabreichten trächtigen Rattenweibchen Alkohol in kleinen Mengen über das Trinkwasser. Eine Kontrollgruppe trächtiger Weibchen wurde ohne Zugabe von Alkohol gehalten.
Jener Nachwuchs, der mit Alkohol in Berührung gekommen war, tat es später den Müttern gleich und leckte lieber an alkoholhaltigem Wasser als die Rattenjungen mit abstinenten Müttern. Scheinbar waren vor allem jene Ratten vom typisch bitteren Geschmack des berauschenden Getränks abgestoßen, die im Mutterleib keinen Kontakt mit Alkohol hatten.
Steven Youngentob von der State University of New York in Syracuse und John Glendinning von der Columbia University in New York berichten in der Online-Ausgabe der "Proceedings" der US-Akademie für Wissenschaften (PNAS), dass die Weichen für eine Alkoholabneigung bereits im Mutterleib gestellt werden können. Sie vermuten außerdem, dass sich der Test auch auf den Menschen übertragen lässt. Demnach kann Alkohol in der vorgeburtlichen Phase eine spätere Neigung für das berauschende Getränk begünstigen.
Das Ergebnis des Tests untermauert ältere Studien, die belegen konnten, dass sich Alkohol in der Schwangerschaft schädlich auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirkt und außerdem das Risiko des Nachwuchses erhöht, später alkoholabhängig zu werden. Unklar war bisher, wie dieser Zusammenhang zustande kommt. Eine Gewöhnung an die bitteren Geschmackskomponenten des Alkohols im Mutterleib scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen.
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