Vitamin-D-Mangel

Schwangere und Neugeborene unterversorgt mit Vitamin D

Schwangere und Neugeborene unterversorgt mit Vitamin D
Schwangere sollten auf eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr achten.
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In der Schwangerschaft und Stillzeit sowie in den ersten Lebensmonaten ist der Bedarf an Vitamin D erhöht. Bei werdenden Müttern und Babys wurde jetzt ein gravierender Mangel festgestellt.

Die überwiegende Mehrheit der Schwangeren und Neugeborenen in Deutschland ist dramatisch unterversorgt mit Vitamin D. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gießener Studie, die erstmals die tatsächliche Vitamin D-Versorgung dieser Bevölkerungsgruppe anhand von Blutuntersuchungen überprüft hat. Allerdings ist der Vitamin-D-Mangel nicht nur auf Schwangere und Neugeborene beschränkt. Die Studienleiter Prof. Dr. Clemens Kunz vom Institut für Ernährungswissenschaft derJustus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Dr. Peter Gilbert, Chefarzt des St. Josef-Krankenhauses, schließen aus ihren Untersuchungsergebnissen, dass auch weitere Bevölkerungsgruppen mehr Vitamin D aufnehmen müssten, um mögliche Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Dies können beispielsweise Störungen des Knochenaufbaus sein, Rachitis, Knochenerweichung (Osteomalazie) und . Denn das fettlösliche Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphor aus dem Magen-Darm-Trakt, und ist an der Einlagerung von Mineralien in Knochen und Knorpel und an derem Aufbau beteiligt. Darüber hinaus ist eine ausreichende Zufuhr an Vitamin D wichtig für die Entwicklung der Abwehrzellen und unterstützt damit das Immunsystem. Auch für die Entwicklung des Nervensystems und der Muskeln ist Vitamin D von Bedeutung.

Einen Großteil des Bedarfs an Vitamin D kann der Körper selbst mit Hilfe von Sonnenlicht bilden, der Rest des Bedarfs wird über die Nahrung gedeckt. Nicht ausreichend, wie die Studie aus Gießen jetzt zumindest für Schwangere und Neugeborene nachgewiesen hat. Dazu hatten Wissenschaftler von Oktober bis Dezember 2010 bei 84 schwangeren Frauen zum Zeitpunkt der Entbindung Blutproben nehmen lassen. Gleichzeitig wurde eine Probe aus dem Nabelschnurblut des Kindes entnommen. Untersucht wurde die Konzentration von 25 OH D in dem entnommenen Blut, der Speicherform von Vitamin D, die sich für die Bestimmung des Vitamin D-Status am besten eignet. Nur bei zwei der 84 Frauen und drei ihrer Neugeborenen lag die 25 OH D-Konzentration im Blut bei über 50 Nanomol pro Liter (nmol/L) und damit über den neuesten Empfehlungen des Institute of Medicine (USA) von 2011.

Die Universität Gießen verweist vor diesem Hintergrund auf weitere internationale Studien, wonach niedrige 25 OH D-Werte der Mutter mit einem höheren Risiko des Neugeborenen für akute Infektionen des unteren Atmungstrakts, abnehmende Mineralisation des Knochens, Rachitis und Frühgeburten einhergehen. Die Gießener Wissenschaftler empfehlen daher eine höhere Zufuhr an Vitamin D für Schwangere und Neugeborene - über Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel oder Arzneimittel. „Zunächst sind jedoch die Behörden gefordert, die Zufuhrempfehlungen zu erhöhen“, erklärte Prof. Dr. Clemens Kunz. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene – auch für schwangere und stillende Frauen – eine Tagesdosis von nur fünf Mikrogramm (µg) Vitamin D (200 IE) pro Tag. In Kanada beispielsweise liege dagegen die Empfehlung für die tägliche Vitamin D-Zufuhr zehnmal höher.

Vor allem auch bei älteren Menschen wird häufig eine zu niedrige 25 OH D-Konzentrationen im Blut beobachtet. Hier werden die Empfehlungen zur täglichen Aufnahme von Vitamin D unter Experten ebenfalls kontrovers diskutiert: Während die DGE von einer Tagesdosis von fünf Mikrogramm (µg) Vitamin D (200 IE) für bis zu 65-Jährige und 10 µg (400 IE) ab 65 ausgeht, empfiehlt beispielsweise die International Osteoporosis Foundation (IOF) über 60-Jährigen, täglich zwischen 800 bis 1000 IE Vitamin D aufzunehmen.
 

Autor: rs / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2011
Quellen: Mangelware Zink - Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität Gießen vom 05.10.2011

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