Schwangerschaft

Schmerzmittel steigern Risiko für Fehlgeburten

Einer kanadischen Studie zufolge kann die Gabe von Schmerzmitteln während der Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten um den Faktor 2,4 erhöhen. Von den gängigen Medikamenten sollten Schwangere vor allem um Diclofenac einen großen Bogen machen.

Zu diesem Ergebnis kamen kanadische Wissenschaftler bei der Untersuchung von Daten von über 65 000 Schwangeren zwischen 15 und 45 Jahren. Knapp 5000 der Frauen hatten eine Fehlgeburt bis zur 20. Schwangerschaftswoche gehabt. Jeder dieser Frauen wurden in der Studie zehn Frauen in der gleichen Schwangerschaftswoche aber mit regelrechtem Schwangerschaftsverlauf als Vergleichsgruppe zugeordnet.

Der direkte Vergleich mit den Kontrollen zeigte: Von den Frauen, die eine Fehlgeburt erlebt hatten, hatte etwa jede 13. während der Schwangerschaft ein oder mehrere Rezepte für Schmerzmittel der Gruppe der sogenannten nicht steroidalen Anti rheumatika ( NSAR) eingelöst. Hierzu zählen unter anderem die beliebten Mittel Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac und Indometacin.

Unter den Frauen mit unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf hatte gerade einmal eine von 40 zu solchen Medikamenten gegriffen. Im direkten Vergleich erhöhten alle Wirkstoffe der NSAR-Gruppe die Gefahr für eine Fehlgeburt. Am größten war das Risiko für Frauen, die wahrend der Schwangerschaft Diclofenac eingenommen hatten. Das vergleichsweise niedrigste Risiko dagegen zeigte sich für das mittlerweile vom Markt genommene Rofecoxib. Insgesamt ergab sich für Frauen nach NSAR-Therapie im direkten Vergleich mit nicht behandelten Frauen ein 2,4-fach erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Die Autoren empfehlen daher, NSAR generell bei Schwangeren nur mit Vorsicht und wenn unbedingt nötig einzusetzen.

Autor: Anna Stretz
Letzte Aktualisierung: 02. Februar 2012
Quellen: gynäkologie + geburtshilfe2011; 16 (10); CMAJ 2011

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