Rauchstopp fürs Kind

Passivrauchen schon für das Ungeborene schädlich

Bereits für das Ungeborene im Mutterleib kann Passivrauchen massive gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Entsprechend frühzeitig müssen Kinder geschützt werden.

Anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertags, der sich dem Thema "Frauen und Rauchen" und insbesondere der Vermarktung von Tabakprodukten an Frauen verschrieben hatte, haben das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, gemeinsam vor den Gefahren des Passivrauchens gewarnt und zu einem besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen aufgerufen.

Schon das Ungeborene raucht mit

In Deutschland rauchen rund 13 Prozent der Frauen zu Beginn ihrer Schwangerschaft. Ein Viertel schafft es, dem Glimmstängel in den folgenden Wochen zu entsagen. Dieser Schritt zahlt sich nicht nur für die Gesundheit der Schwangeren aus, denn Rauchen schadet bereits dem Ungeborenen im Mutterleib. So haben rauchende Mütter eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für Fehl- und Frühgeburten. Außerdem sind die Kinder von Raucherinnen häufig kleiner, untergewichtig und besonders anfällig für Infekte. Auch haben sie ein größeres Risiko, in den ersten Lebensmonaten am plötzlichen Kindstod zu versterben. Zu den möglichen Spätfolgen zählen Fettsucht, krankhaft erhöhter Blutdruck und ein höheres Risiko, später selbst zur Zigarette zu greifen.

Der erste Schritt auf dem Weg zu einem verbesserten Schutz des Ungeborenen ist die umfassende Aufklärung von Frauen mit Kinderwunsch sowie Schwangeren. Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans erläutert: "Zu einer guten Prävention gehört, dass werdende Mütter von ihrem Arzt auf die Gefahren des Rauchens in der Schwangerschaft hingewiesen und mit konkreten Angeboten zur Tabakentwöhnung unterstützt werden. Diese notwendigen Hilfen für Schwangere dürfen nicht an der Finanzierung scheitern. Die Gesundheit unserer Kinder muss Vorrang haben, deshalb sollte in Gegenwart von Kindern überhaupt nicht geraucht werden."

Passivrauchende Kinder sind häufiger krank

Ziel der Aufklärungsarbeit ist es, die Schwangeren zum Rauchstopp zu bewegen. Doch damit ist es nicht getan. Von den Schwangeren, die dem blauen Dunst abgeschworen haben, greifen bis zu 70 Prozent nach der Geburt ihres Sprösslings erneut zur Zigarette. Diese Frauen setzen ihre Kinder den Schadstoffen des Tabakrauchens aus und blenden dabei aus, dass auch das Passivrauchen massive Gesundheitsschäden bewirken kann. Der kindliche Organismus ist noch nicht voll entwickelt und gegenüber den Auswirkungen des Tabakrauchs verletzlicher. Deswegen sind Kinder, die passivrauchen müssen, besonders anfällig für Erkrankungen wie Atemwegsbeschwerden, Asthma, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Atemwegsinfektionen.

Der neue Report des DKFZ "Schutz der Familie vor Tabakrauch" soll rauchende Eltern zum Rauchstopp motivieren. Denn ein rauchfreies Zuhause ist wichtig für die gesunde Entwicklung des Kindes. Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im DKFZ, erläutert: "Wo immer sich Kinder aufhalten, sollten Erwachsene dafür sorgen, dass nicht geraucht wird. Dies gilt für Familienfeste genauso wie für öffentliche Veranstaltungen in Gemeindesälen oder Festzelten oder bei Vereinen. Besonders hoch ist die Tabakrauchbelastung in Privat-PKW, wenn dort geraucht wird: Die Luft kann dort so verqualmt sein, wie in verrauchten Kneipen."

Der Report steht im Internet unter www.tabakkontrolle.de und www.drogenbeauftragte.de als Download zur Verfügung.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 03. Juni 2010
Quellen: Dr. Stefanie Seltmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Krebsforschungszentrum: Presseinformation: "Schutz von Kindern vor den Gefahren des Passivrauchens muss schon im Mutterleib beginnen", 28. Mai 2010, sowie Deutsches Krebsforschungszentrum: "Rote Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle Band 14: Schutz der Familie vor Tabakrauch", Heidelberg 2010

Neueste Fragen aus der Community
  • Babyernährung
    Trockenobst
    gestern, 16:42 Uhr von Mangobäumchen

    liebe Lucia, mein Sohn isst zur Zeit so gern Trockenfrüchte. Am liebsten Datteln. Muss ich...  mehr...

  • Kinder- und Jugendmedizin
    Nurofen-Dosis beim Zahnen
    gestern, 15:50 Uhr von expertin

    Unser Sohn schreit vor allem Nachts alle 30min auf und lässt sich nur schwer wieder...  mehr...

  • Kinder- und Jugendmedizin
    trennungsschmerz
    24.02.2015 | 00:43 Uhr von mutti

    Mein sohn fast 3 jahre geht in den Kindergarten leidet darunter wenn ich ihn dahin bringe...  mehr...

Aktuelle Top-Themen
So überlisten Sie die Frühjahrsmüdigkeit
Wenn die erste Sonne schläfrig macht

Nach dem Winterblues kommt gleich das große Gähnen? Unsere Tipps helfen mehr...

Bondage: Verletzungen beim Fesselsex verhindern
Zum Filmstart von "Fifty Shades of Grey"

Ein Frage von Material und Techniken mehr...

Kostüm, Schminke, Maske: Narrensicher durch den Karneval
Was ist zu beachten?

Masken, Schminke, Kostüm: Mit unseren Tipps kommen Sie sicher und gesund durch den Karneval mehr...

Fünf Tipps gegen Beziehungs-Burnout
Positiv denken, Sicherheit geben

Der Alltag ist der schlimmste Feind des Liebesglücks. Wenn Routine und Sorgen der Beziehung die Luft abschnüren, hat die Liebe wenig Chancen. Doch es geht auch anders - mit etwas Romantik und Abwechslung.... mehr...

Fragen Sie unser Gesundheits-Team

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Ratgeber
  • AllergieAllergie

    Die Haselpollen fliegen schon und machen Allergikern das Leben schwer. Hilfe gibt es hier mehr...

Zum Seitenanfang