Bei Mama schmeckt's am Besten

Muttermilch fördert geistige Entwicklung

Muttermilch beschleunigt die geistige Reifung der Kinder. Mit der Auswertung von Daten an fast 12 000 Kindern liefern britische Forscher ein weiteres Argument für‘s Stillen. Im Alter von fünf Jahren waren die „Stillkinder“ den „Flaschenkindern“ um mehrere Monate voraus.

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Stillen ist garnicht so einfach, aber es gute Argument dafür.
(c) Getty Images/iStockphoto

Für die Studie worden Daten von fast 12 000 Kindern ausgewertet, darunter 778 Frühgeburten. Erfasst wurde nicht nur, ob und wie lange die Mütter gestillt hatten, sondern auch weitere Lebensumstände, von denen bekannt ist, dass sie Einfluss auf die geistige Entwicklung eines Kindes haben können: beispielsweise der mütterliche Nikotin- oder Alkoholkonsum während und nach der Schwangerschaft, Ernährungsgewohnheiten oder Bildungsniveau.

Die geistige Leistungsfähigkeit der Kinder wurde im Alter von fünf Jahren mithilfe verschiedener standardisierter Skalen und Testverfahren bewertet. Beurteilt wurden dabei vor allem der Wortschatz, die Fähigkeit zur Konstruktion von Mustern und das Erkennen der Ähnlichkeit von Bildern.

Die Kinder schnitten in allen drei Testteilen um so besser ab, je länger sie gestillt worden waren. Allerdings verdankten sie dies wohl nicht nur der Muttermilch. Mütter, die (länger) stillten, hatten im Schnitt auch seltener in der Schwangerschaft geraucht und besaßen einen höheren Bildungsgrad als Mütter, die ihren Kindern nur die Flasche gaben.

Aber auch, wenn diese Einflussfaktoren herausgerechnet wurden, blieben die Kinder, die gestillt worden waren, klar im Vorteil. Zum errechneten Termin geborene Kinder, die mindestens sechs Monate die Brust bekommen hatten, waren in ihrem Wortschatz etwa zwei bis drei Monate weiter als Kinder, die nie gestillt worden waren. Bei den Frühchen war der Effekt sogar noch deutlicher.

Was Muttermilch so wertvoll macht? Zum einen ist es wohl ihr im Vergleich zu Fertigmilch höherer Gehalt an bestimmten (langkettigen, mehrfach ungesättigten) Fettsäuren, die für die geistige Entwicklung notwendig sind. Zum anderen könnten auch die in der Muttermilch enthaltenen Wachstumsfaktoren und Hormone eine Rolle spielen. Und nicht zuletzt regt vielleicht auch die körperliche und soziale Interaktion zwischen und Müttern und Kindern während des Stillens die mentale Entwicklung an.

Autor: Anna Stretz
Letzte Aktualisierung: 05. März 2012
Quellen: bs / Muttermilch macht schlau, Der Hausarzt 2/12, S.27; J Pediatr 2012;160:25-32

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