Geschlechtskrankheiten

Immer mehr junge Menschen infizieren sich mit Chlamydien

In der Vergangenheit wurde über die bakterielle Chlamydien-Infektion viel geforscht. Man kennt ihre Erreger, die Ursachen und weiß, welche Antibiotika eingesetzt werden müssen.Gänzlich unbekannt war bisher, wie verbreitet die Chlamydien unter deutschen Jugendlichen sind. Im Rahmen einer Berliner Studie wurden nun alarmierende Zahlen veröffentlicht, die sich aus einer Untersuchung der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V. (ÄGGF) von 266 minderjährigen Mädchen aus Berlin ergab.

Chlamydien können steril machen

Bei 6,4 Prozent der 15 bis 17 jährigen Mädchen konnte der winzige Erreger Chlamydia trachomatis nachgewiesen werden. Das Bakterium wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder auch Oralsex und Petting übertragen und siedelt sich in der Schleimhaut an. In vielen Fällen bleibt die Infektion unbemerkt, denn nur in seltenen Fällen treten Symptome wie Ausfluss, Unterleibsschmerzen oder Zwischenblutungen auf. Wird die Infektion nicht bald erkannt und therapiert, können bei Frauen Verwachsungen und schweren Entzündungen im Unterleib auftreten- mit letztendlich schweren Folgen. Denn häufig machen Verwachsungen der Eierstöcke den Traum, eines Tages eine eigene Familie zu gründen, zunichte.

Die Aufklärungsarbeit muss früher einsetzen

Für die meisten Jugendlichen sind Kondome in erster Linie ein Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Wenn junge Mädchen auf die Pille umsteigen, verzichten sie häufig auf das Gummi. Die meisten Jungen finden es einfach „unten ohne schöner und wissen nicht, dass ein Kondom vor mitunter gefährlichen Geschlechtskrankheiten schützt. Dazu kommt, dass mehr als 80 Prozent der Jugendlichen laut Umfragen noch nie von der Chlamydien-Infektion gehört haben. Frühzeitige Aufklärung tut Not. Denn die Jugendlichen kommen immer früher in die Pubertät und werden entsprechend eher sexuell aktiv. Die Forscher der ÄGGF fordern daher bereits für Kinder im Grundschulalter eine angemessene Präventionsarbeit in Form von Aufklärungsveranstaltungen.

Autor: Sibylle Fünfstück
Veröffentlicht am: 08. März 2007
Letzte Aktualisierung: 23. November 2011
Quellen: Nach Informationen der Zeitschrift „Der Hautarzt (Ausgabe 01/2007)

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