Ernährung und Schwangerschaft

Kein Wildbret bei Kinderwunsch

Kein Wildbret bei Kinderwunsch
Kein Wildbraten für Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft!
Thinkstock

Frauen mit Kinderwunsch sollten laut einer Warnung des Bundesinstituts für Risikobewertung kein Wildfleisch essen. Es enthalte zu viel Blei und könne unter anderem zu Nervenschäden beim Kind führen.

Frauen mit Kinderwunsch sollten auf Wildfleisch verzichten, welches mit Bleimunition geschossen wurde. Das teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf Basis neuer Studien mit. Ebensolches gilt für Kinder und Schwangere, weil eine erhöhte Bleikonzentration im menschlichen Körper die Blutbildung, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem schädigen kann. Blei lagert sich außerdem langfristig in den Knochen ab. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern kann eine erhöhte Belastung zu bleibenden Nervenschäden, Störungen der Hirnfunktion und zur Beeinträchtigung der Intelligenz führen.

Da die Bleiaufnahme über andere Lebensmittel in Deutschland sowieso schon relativ hoch ist, sei schon der regelmäßige Verzehr von mit Bleimunition erlegtem Wildbret gesundheitsschädigend, teilte das BfR mit. "Besonders gefährdet sind Ungeborene und Kinder bis sieben Jahre, bei denen bereits eine geringe Bleiaufnahme zu Gesundheitsschäden führen kann", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel.

Die in der Regel bleihaltigen Jagdgeschosse hinterlassen tief im Fleisch Splitter. Dort seien sie aber kaum zu erkennen, so das BfR. Selbst großzügiges Entfernen des Fleischs um den Schusskanal reiche nicht aus, um diese Mikroteilchen zu erwischen. In Deutschland werden nach BfR-Angaben im Schnitt täglich zwei Gramm Wildbret pro Kopf verzehrt - das entspricht ein bis zwei Wildmahlzeiten pro Jahr Jahr. Gefährdet seien vor allem Jägerhaushalte, in denen deutlich mehr Wildfleisch auf den Tisch kommt.

Der Deutsche Jagdschutzverband warnte indes vor Panikmache. Im Oktober will er zusammen mit dem BfR eine Umfrage unter Jägern zu Munition und Verzehrverhalten starten. Zudem forderte der Verband die Munitionsindustrie auf, unbedenkliche Munition anzubieten.

Autor: sl / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 20. September 2011
Quellen: dpa

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