DNA

Gen erhöht Risiko einer Frühgeburt

US-Forscher haben DNA-Varianten gefunden, die Einfluss auf die Infektanfälligkeit des Unterleibs nehmen und damit das Frühgeburtenrisiko erhöhen können.

Verantwortlich für diesen Zusammenhang sind bestimmte Genvarianten, die bei Mutter und Kind auftreten können. Scheinbar beeinflussen diese veränderten Gene die Immunantwort und damit die Wahrscheinlichkeit, an einer Infektion des Unterleibs zu erkranken. Die genauen Ursachen von Frühgeburten sind noch nicht vollständig aufgeklärt, Forscher vom National Institute of Child Health and Human Development in Maryland erklärten, dass Infektionen mit manchen Fällen von frühzeitigen Wehen und Frühgeburten in Verbindung gebracht werden könnten.

Das Forscherteam um Roberto Romero untersuchte Erbinformationen von schwangeren Frauen und ihren Ungeborenen auf das Vorhandensein bestimmter Varianten von insgesamt 190 Genen. Manche der Frauen hatten bereits eine Frühgeburt, während andere ihre Kinder ungefähr zum errechneten Geburtstermin geboren hatten. Für die Genomuntersuchung entnahmen die Forscher Blutproben der Mütter sowie Nabelschnurblut der Föten.

Es zeigte sich, dass bestimmte Genvarianten gehäuft bei früh gebärenden Müttern und ihren Ungeborenen auftreten. Vor allem das Gen IL6R scheint einen großen Einfluss auf das Risiko einer Frühgeburt zu haben. Ungeborene, die eine bestimmte Variante des Gens aufwiesen, kamen mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit zu früh auf die Welt. IL6R wird als Reaktion auf Infektionen gebildet und beeinflusst Entzündungsreaktionen im Körper. Alan R. Fleischmann, Co-Autor der Studie, erklärte auf dem 30. Jahrestreffen der "Society of Maternal-Fetal Medicine" in Chicago, dass die jüngsten Ergebnisse dazu beitragen könnten, Dispositionen für Frühgeburten rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Geburt des Nachwuchses nach Möglichkeiten hinauszuzögern.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2010
Quellen: Nach Informationen des National Institute of Child Health and Human Development und BBC News

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