Gehirnforschung

Forscher untersuchen die Macht des Klangs

Untersuchungen des Gehirns von Säuglingen zeigen, dass die Fähigkeit, emotionsgeladene Stimmen zu verarbeiten, bereits frühzeitig entwickelt wird.

Schon das Gehirn von Säuglingen ist scheinbar in der Lage, den Klang der menschlichen Stimme mit all ihren Feinheiten der Intonation zu verarbeiten. Diese Fähigkeit ist besonders wichtig für die soziale Kommunikation und vermittelt außerdem Informationen über den emotionalen Zustand des Sprechers. Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften sowie des Berliner Neuroimaging Centre der Charité Universitätsmedizin haben nun unter die Lupe genommen, wie sich die Regionen des auditiven Gehirnzentrums, die auf die Stimmverarbeitung spezialisiert sind, entwickeln.

Bekannt war, dass in einem voll entwickelten Gehirn bestimmte neuronale Mechanismen besonders auf die Verarbeitung von emotionalen Schwingungen der Stimme spezialisiert sind, wobei Signale, die auf eine mögliche Gefahr hindeuten, vorrangig verarbeitet werden. Was die genauen Entwicklungsschritte des entsprechenden Gehirnabschnitts angeht, tappte die Wissenschaft bisher im Dunkeln.

Mit Hilfe der Nah-Infrarot-Spektroskopie gelang es Forschern nun, zu zeigen, dass erst bei sieben Monate alten Kindern die Signalantwort der von Erwachsenen gleicht, obwohl bereits vier Monate alte Kinder zwischen stimmlichen und nichtstimmlichen Signalen unterscheiden können. Ein zweiter Versuch offenbarte, dass sieben Monate alte Säuglinge bei fröhlichem oder wütendem Unterton der Stimme jene Gehirnregion am stärksten reagiert, die auf die Stimmverarbeitung spezialisiert ist. Die Ergebnisse belegen, dass jene Zentren der rechten Gehirnhälfte, die für die Verarbeitung emotionsgeladener Sprache wesentlich sind, bereits frühzeitig spezialisiert sind.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 07. April 2010
Quellen: Nach Informationen der Fachzeitschrift Neuron

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