Wie wir entscheiden

Gute Entscheidung durch erhöhten Blutzucker

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Change Plan
Getty Images/iStockphoto

Wer eine Entscheidung treffen will, sollte sich vorher satt essen. Forscher haben herausgefunden, dass ein erhöhter Blutzucker Zukunftsentscheidungen erleichtert.

Anders ausgedrückt: Wer gesättigt ist und damit einen  erhöhten Blutzucker hat, neigt bei Entscheidungen eher dazu, an die Zukunft zu denken und Faktoren zu berücksichtigen, die zu einem späteren Zeitpunkt von Vorteil sein können. Gilt es also eine wichtige Entscheidung zu treffen, sollte zumindest ein Traubenzucker griffbereit liegen um einen leicht erhöhten Blutzucker zu erreichen. Sinkt der Blutzucker, so ist der Fokus bezüglich Entscheidungen eher auf die Gegenwart gerichtet.

Die Forscher Xiao-Tian Wang und Robert Dvorak von der Universität von South Dakota bestimmten den Blutzucker von 65 Freiwilligen. Anschließend trank die Hälfte der Probanden ein zuckerhaltiges Getränk, das zu einem erhöhten Blutzucker führte, während die übrigen Teilnehmer ein Getränk mit Süßstoff vorgesetzt bekamen. Nachdem sie ihren Durst gestillt hatten, mussten sich die Kandidaten in sieben unterschiedlichen Versuchen zwischen einer kurzfristigen Belohnung oder einem längerfristigen aber größeren Gewinn entscheiden. Parallel erfolgte eine weitere Kontrolle des Blutzuckerwerts.

Die Auswertung der Studie ergab, dass die Teilnehmer der Zuckerlimo-Gruppe erwartungsgemäß einen erhöhten Blutzucker hatten. Überraschend war, dass sie sich im Vergleich zur Gruppe mit dem Süßstoffgetränk viel häufiger für die zukünftige, höhere Auszahlung entschieden. Die Probanden mit einem niedrigen Blutzucker wählten hingegen gehäuft die sofortige Belohnung. Eine mögliche Erklärung sei laut den Forschern der Umstand, dass die Verarbeitung zukünftiger Ereignisse komplexer und damit energieaufwendiger sei als das Erfassen von Geschehnissen in der Gegenwart. Bei Energiemangel werden daher vor allem aktuelle Ereignisse verarbeitet.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2010
Quellen: Nach Informationen der University of South Dakota

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