Verhaltensmuster

Jungen und Mädchen von Eltern beeinflusst

Jungen-und-Mädchen-von-Eltern-beeinflusst-78180446.jpg
Family running along beach
Getty Images/BananaStock RF

Das Auftreten der Eltern in bestimmten Situationen hat einen maßgeblichen Einfluss darauf, welche geschlechtsspezifischen Verhaltensmuster Jungen und Mädchen zeigen.

Schon im Krabbelalter zeigen Jungen und Mädchen geschlechtsspezifische Verhaltensmuster. Zu diesem Ergebnis kam jüngst eine Studie aus London. Während die Herzen der Mädchen beim Anblick von Puppen höherschlagen, interessieren sich Jungen eher für Autos. Die Forscher schlussfolgerten aus ihren Beobachtungen, dass geschlechtsspezifische Verhaltensmuster zumindest teilweise in den Genen verankert sind. Eric Lindsey von der Penn State Berks in den Vereinigten Staaten und seine Kollegen haben nun festgestellt, dass das geschlechtsspezifische Verhalten der Kinder offenbar aber auch deutlich davon beeinflusst wird, wie sich Mutter und Vater in bestimmten Situationen ihnen gegenüber verhalten. Vor allem das gemeinsame Spiel scheint demnach Ausgangspunkt für die Ausbildung geschlechtsspezifischer Verhaltensmuster zu sein. Die Autoren untersuchten das Verhalten zwischen Elternteil und Kleinkind in einer Spielsituation und einer Betreuungssituation während einer Mahlzeit. Hierfür zogen sie die Ergebnisse einer früheren Studie heran, in die Daten von 80 Familien aus dem US-Bundesstaat Kansas eingeflossen waren. Die Wissenschaftler untersuchten die verbale Interaktion in den entsprechenden Interaktionen zwischen jeweils Mutter-Sohn, Mutter-Tochter, Vater-Sohn und Vater-Tochter.

Es zeigte sich, dass Jungen und Mädchen nicht grundlegend anders kommunizieren, sondern ihre Verhaltensmuster viel eher unabhängig vom Geschlecht der jeweiligen Situation anpassen. Auffällig war, dass sich Mütter und Väter in der Betreuungssituation ähnlich verhalten, in einer Spielsituation jedoch stark unterschiedlich agieren. Väter traten deutlich bestimmter auf, während die Mütter eher ihre helfende und kooperative Ader zeigten.

Die Autoren der Studie vermuten, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Verhaltensmuster abschauen und mit den Geschlechterrollen in der Familie verknüpfen. Die Forscher erläutern: „Dieses unterschiedliche Verhalten seitens der Eltern lehrt die Kinder möglicherweise indirekt, welche Genderrollen geschlechtsspezifischen Verhaltensmustern zuzuordnen sind und diese übertragen sie dann auch auf einen Kontext außerhalb der Familie.“

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2010
Quellen: „Kinder lernen spielend…auch ihre Geschlechterrollen?“, www.springer.com, 10.Juni 2010. URL: http://www.springer.com/about+springer/media/springer+select?SGWID=1-11001-6-956823-0 Publikation: 1. Lindsey EW et al (2010). Gender differences in mother-toddler and father-toddler verbal initiations and responses during a caregiving and play context: Sex Roles DOI 10.1007/s11199-010-9803-5

Neueste Fragen aus der Community
Aktuelle Top-Themen
So hoch ließ das WM-Finale die Fanherzen schlagen
Fußballkrimi sorgt für gefährlich hohen Puls

Test offenbart gefährlich hohen "Puls der Nation" - und wo die Fans am entspanntesten sind mehr...

Freundschaft: Ähnliche Gene sind das Geheimnis
Freunde haben viel gemeinsam - sogar genetisch

Gute Freunde haben so ähnliche Gene wie entfernt Verwandte mehr...

Mit Mikrochip 16 Jahre verhüten
Verhütungsmittel der Zukunft

Ein winziger Chip unter der Haut könnte die Pille ablösen - und lässt sich bei Bedarf ausschalten mehr...

Sexsucht: Porno wirkt im Gehirn wie Kokain
Pornosucht lässt sich im Gehirn erkennen

Bei Sexsucht reagiert das Gehirn genau wie bei Drogensucht, beweist eine Studie mehr...

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Ratgeber
  • NagelpilzNagelpilz

    Nagelpilz ist häufig ein verschleppter Hautpilz. Erfahren Sie mehr über Erkrankung und Behandlung mehr...

  • AllergieAllergie

    Bei Kindern treten sie gehäuft auf und jeder vierte Erwachsene quält sich: Allergien mehr...

Zum Seitenanfang