Verhaltensmuster
Jungen und Mädchen von Eltern beeinflusst
Das Auftreten der Eltern in bestimmten Situationen hat einen maßgeblichen Einfluss darauf, welche geschlechtsspezifischen Verhaltensmuster Jungen und Mädchen zeigen.
Schon im Krabbelalter zeigen Jungen und Mädchen geschlechtsspezifische Verhaltensmuster. Zu diesem Ergebnis kam jüngst eine Studie aus London. Während die Herzen der Mädchen beim Anblick von Puppen höherschlagen, interessieren sich Jungen eher für Autos. Die Forscher schlussfolgerten aus ihren Beobachtungen, dass geschlechtsspezifische Verhaltensmuster zumindest teilweise in den Genen verankert sind. Eric Lindsey von der Penn State Berks in den Vereinigten Staaten und seine Kollegen haben nun festgestellt, dass das geschlechtsspezifische Verhalten der Kinder offenbar aber auch deutlich davon beeinflusst wird, wie sich Mutter und Vater in bestimmten Situationen ihnen gegenüber verhalten. Vor allem das gemeinsame Spiel scheint demnach Ausgangspunkt für die Ausbildung geschlechtsspezifischer Verhaltensmuster zu sein. Die Autoren untersuchten das Verhalten zwischen Elternteil und Kleinkind in einer Spielsituation und einer Betreuungssituation während einer Mahlzeit. Hierfür zogen sie die Ergebnisse einer früheren Studie heran, in die Daten von 80 Familien aus dem US-Bundesstaat Kansas eingeflossen waren. Die Wissenschaftler untersuchten die verbale Interaktion in den entsprechenden Interaktionen zwischen jeweils Mutter-Sohn, Mutter-Tochter, Vater-Sohn und Vater-Tochter.
Es zeigte sich, dass Jungen und Mädchen nicht grundlegend anders kommunizieren, sondern ihre Verhaltensmuster viel eher unabhängig vom Geschlecht der jeweiligen Situation anpassen. Auffällig war, dass sich Mütter und Väter in der Betreuungssituation ähnlich verhalten, in einer Spielsituation jedoch stark unterschiedlich agieren. Väter traten deutlich bestimmter auf, während die Mütter eher ihre helfende und kooperative Ader zeigten.
Die Autoren der Studie vermuten, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Verhaltensmuster abschauen und mit den Geschlechterrollen in der Familie verknüpfen. Die Forscher erläutern: „Dieses unterschiedliche Verhalten seitens der Eltern lehrt die Kinder möglicherweise indirekt, welche Genderrollen geschlechtsspezifischen Verhaltensmustern zuzuordnen sind und diese übertragen sie dann auch auf einen Kontext außerhalb der Familie.“
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