Fertilität

Handy-Strahlung schadet Spermien

Häufiges Telefonieren mit dem Mobiltelefon hat bei Männern wohlmöglich negative Auswirkungen auf deren Spermienqualität. Grund könnte die Handy-Strahlung sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie.

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Man on cell phone
(C) 2009 Jupiterimages

Eine neue Studie der Urologischen Universitätsklinik Graz ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Männer, die permanent ihr Mobilfunkgerät bei sich tragen, womöglich ihre Fruchtbarkeit riskieren. Scheinbar ist der Einfluss der elektromagnetischen Handy-Strahlung auf die Qualität der Spermien größer, als bisher angenommen. Für ihre Studie untersuchten Dr. Thomas Gutschi und seine Kollegen mehr als 2000 Männer. Ihnen allen war gemein, das sie bisher erfolglos versuchten hatten, Kinder zu zeugen. Bei einer Befragung gab die Hälfte der Probanden an, regelmäßig ein Mobiltelefon zu benutzen.

Die anschließende Untersuchung der Spermien ergab, dass 68 Prozent jener Männer, die häufig einer Handy-Strahlung ausgesetzt sind, krankhaft veränderte Spermienfäden besitzen. Anders in der Gruppe der Männer, die einen weiten Bogen um Handys machen. Bei ihnen zeigen nur 58 Prozent eine entsprechende Veränderung. Fehlgeformte Samenzellen (Teratozoospermie) treten bei 45 Prozent der Handytelefonierer auf, während es in der Vergleichsgruppe nur 25 Prozent sind. Die Strahlung scheint sich jedoch neben der Struktur der Samenzellen auch auf ihre Beweglichkeit auszuwirken. So sind die Spermien jener Männer, die häufig mit einem Handy telefonieren, deutlich weniger beweglich und haben damit mehr Schwierigkeiten, überhaupt in die Nähe der Eizelle zu gelangen.

Die Studie legt die Schlussfolgerung nah, dass Männer, die seit längerem einen Kinderwunsch haben, weniger häufig ein Handy bei sich tragen und wenn möglich, auf ein Festnetztelefon umsteigen sollten, um zu verhindern, dass sich die Strahlung auf die Spermien auswirkt.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 04. März 2010
Quellen: Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Urologie

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