Pille

Erste Pille mit natürlichem Östrogen

Frauen können seit Kurzem mit einer Pille verhüten, die statt dem künstlichen Ethinylestradiol ein körperidentisches, gut verträgliches Östrogen enthält.

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Cropped couple embracing
Getty Images/Brand X

Leicht war der Weg zur oralen Verhütung mit körpereigenen Hormonen nicht. Jahrzehntelang tüftelten Forscher an einer „natürlichen“ Pille. Herausgekommen ist ein Präparat, das neben dem Gestagen Dienogest die Substanz Estradiolvalerat (E2V) enthält. Estradiolvalerat ist die biologische Vorstufe des körperidentischen Östrogen Estradiol und ersetzt das bisher gebräuchliche Ethinylestradiol.

Studien konnten belegen, dass körperidentisches Östrogen in der Pille den Stoffwechsel und die Gerinnung weniger stark beeinflusst und damit weniger Nebenwirkungen aufweist als das bisher in oralen Verhütungsmitteln enthaltene Ethinylestradiol. Ein weiteres Ergebnis der Studien: Die Pille mit natürlichem Östrogen kontrolliert den Zyklus ebenso zuverlässig wie herkömmliche Präparate. Häufig berichteten die Probandinnen sogar über kürzere Blutungen. Weitere Studien sollen abklären, ob die Pille auch für Frauen geeignet ist, die über starke oder besonders lange Monatsblutungen klagen. Bisher ist es nicht gelungen, ein hormonelles Verhütungsmittel zu entwickeln, das solche Menstruationsstörungen lindern kann.

Neben dem Östrogen Estradiolvalerat enthält die neue Pille das Gestagen Dienogest, das sich bereits in anderen hormonellen Verhütungsmitteln bewährt hat. Sowohl die Zuverlässigkeit der Empfängnisverhütung als auch die Verträglichkeit des Gestagens konnten in Studien und Befragungen belegt werden.

Die neue Pille mit natürlichem Östrogen enthält pro Blister 28 Filmtabletten, die ohne Pause eingenommen werden. Die Östrogendosis verringert sich im Verlauf des Zyklus, während die Dosis des Gestagens schrittweise zunimmt. Dieses Dosierschema ermöglicht eine möglichst niedrige Gesamtdosis an Hormonen und entspricht in etwa dem Hormonverhältnis des natürlichen Menstruationszyklus.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. November 2010
Quellen: Nach Informationen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.

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