Neurowissenschaft

Lernen gelingt im Alter schlechter

Lernen gelingt im Alter schlechter-86489275.jpg
Woman studying computer screen
Getty Images/Pixland

Neurowissenschaftler aus Göttingen haben eine Art genetischen Schalter gefunden, der dafür verantwortlich ist, dass wir im Alter schlechter lernen.

Mit zunehmendem Alter wird es immer schwieriger zu lernen, sich neue Fertigkeiten oder frische Informationen anzueignen. Forscher um Dr. André Fischer von der Georg-August-Universität in Göttingen haben nun in Versuchen mit Mausmodellen herausgefunden, dass das schwindende Lernvermögen ein Produkt aus dem Zusammenspiel von Umwelt und Genom ist. Von ihren Ergebnissen versprechen sich die Forscher neue Wege zur Behandlung von "erworbenem" Alzheimer. In der Fachzeitschrift Science berichten die Forscher nun von den Ergebnissen ihrer Untersuchung.

Die Studie zeigt erstmals, dass sich im Alter die Interaktion zwischen Umwelt und Genom verändert und dass genau diese Veränderung für die zunehmenden Schwierigkeiten beim Lernen im Alter verantwortlich ist. Die Forscher haben für das Lernen verantwortliche Gene gefunden, die ab der zweiten Lebenshälfte von Umweltfaktoren gewissermaßen heruntergeschaltet werden können. Vermittelt wird diese Wechselwirkung von sogenannten Histonen. Dabei handelt es sich um Proteine, die unsere Erbsubstanz verpacken. Bestimmte Impulse aus der Umwelt können die molekulare Struktur der Proteine verändern und damit die für das Lernen wichtige Gene "abschalten".

Ein neues Verfahren zur schnellen Sequenzierung ganzer Genome zeigte den Mechanismus im Detail. "Erstmals haben wir bewährte verhaltensbiologische Untersuchungstestverfahren zum Lernen im Alter mit modernen Verfahren der Genom-Sequenzierung kombiniert", sagt Dr. André Fischer. Die Forscher machten eine simple Veränderung an Histon H4K12 aus. "Diese eine Veränderung hat bewirkt, dass keine Lern-Gene mehr aktiviert werden können. Unsere Forschungsergebnisse zeigen erstmals, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen epigenetischen Mechanismen und dem Verlust der Fähigkeit zu Lernen im Alter gibt", fügt Fischer an.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2010
Quellen: Stefan Weller, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität: Wie das "Lernen können" im Alter ausgeschaltet wird.

Neueste Fragen aus der Community
  • Essen & Trinken
    vitamin d3
    17.12.2014 | 21:25 Uhr von rot

    hallo dr.eisen ich habe meinen vitamin d3 spiegel messen lassen wert 20 mein ha hat mir...  mehr...

  • Gesunde Ernährung
    Supplemente
    04.12.2014 | 16:44 Uhr von Tobi1990

    Hallo:) Ich habe eine Frage bezüglich meiner Supplement Einnahme. Ich trainiere jetzt seit...  mehr...

  • Sportmedizin
    Belastungsgrenze
    29.11.2014 | 16:08 Uhr von Staerke

    Sehr geehrter Herr Eisen Darf man mit seinem Körper immer wieder bis an seine...  mehr...

Aktuelle Top-Themen
Wie Sie Ihre Figur über die Feiertage retten
Sport und konkrete Ziele gegen Weihnachtspfunde

Tipps für Festtage ohne Reue mehr...

Kurzes Joggen genauso gesund wie langes
Fünf Minuten täglich genügen

Stundenlanges Joggen bringt der Gesundheit nicht mehr als moderates Laufen, so eine Studie mehr...

Esskastanien (Maronen): Gesund, aber kalorienreich
Regional, frisch, gesund: Die Sorte der Woche

Maronen liefern so viele gesunde Stoffe wie eine Mischmahlzeit - aber auch ähnlich viele Kalorien mehr...

Pfefferminze
Sorte der Woche

Die Sorte Pfefferminze zählt zu den beliebtesten Teessorten in deutschen Tassen. Dabei hat das grüne Blatt nicht nur viel Geschmack, sondern sogar medizinische Heilwirkung. mehr...

Fragen Sie unser Gesundheits-Team

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Ratgeber
  • HaarausfallHaarausfall

    So stoppen Sie hormonell erblich bedingten Haarausfall und stärken Ihr Haar von innen. mehr...

Zum Seitenanfang