Für Knochen, gegen Depression

In der Wintersonne Vitamin D tanken

VitaminxD_38973054.onlineBild.jpg
Ab an die frische Luft: Wintersonne füllt den körpereigenen Vitamin-D-Speicher auf.
Foto: Britta Pedersen/ dpa

Die Deutschen leiden unter Vitamin D-Mangel: Das macht nicht nur die Knochen anfälliger, sondern führt laut einer US-Studie sogar zu depressiven Verstimmungen. Täglich ein paar Sonnenstrahlen zu tanken, hilft dagegen.

So trübe wie das Wetter ist auch die Laune? Kein Wunder, denn bei den meisten Menschen in unseren Breitengraden sind die Reserven an Vitamin D in diesem besonders trüben Winter aufgebraucht. Und ein Mangel an diesem Vitamin kann die Ursache für miese Stimmung sein. Forscher des UT Southwestern Medical Center haben in einer Studie herausgefunden, dass hohe Vitamin D-Werte depressiven Verstimmungen entgegenwirken können.  

Vitamin D wird hauptsächlich durch UVB-Strahlen, das bedeutet durch Sonnenlicht, über die Haut gebildet. Auch über die kann Vitamin D aufgenommen werden, jedoch reicht das nicht, um die nötige Versorgung zu gewährleisten.

Nahrungsmittel mit viel Vitamin D und Kalzium
1 von 16
  • Käse.JPG
    Käse

    Unbestrittener Kalzium-Spitzenreiter ist Käse, allen voran Parmesan und Emmentaler mit über einem Gramm Kalzium in hundert Gramm Käse. Doch auch Gouda und Weichkäse bringen es mit 500 bis 800 Milligramm auf einen stattlichen Kalziumgehalt.

    Thinkstock

  • Buttermilch.JPG
    Buttermilch

    Buttermilch liefert genauso viel Kalzium wie Milch (rund 230 Milligramm pro 200-ml-Glas), enthält aber viel weniger Kalorien.

    Thinkstock

  • Joghurt.JPG
    Joghurt

    Joghurt und Quark kommen auf einen Gehalt von hundert bis 150 Milligramm in hundert Gramm des Lebensmittels. Am meisten Kalzium enthält Vollmilch-Joghurt.

    Thinkstock

  • Sesam.JPG
    Sesam

    Doch auch pflanzliche Nahrungsmittel liefern jede Menge Kalzium. Hier liegt Sesam mit fast 800 Milligramm pro hundert Gramm vorne - das ist ebenso viel wie im Gouda.

    Thinkstock

  • 14_leinsamen.jpg
    Leinsamen

    Leinsaat kommt immerhin noch auf einen Kalziumgehalt von 260 Milligramm - mehr als das Doppelte der Milch!

    Thinkstock

  • Mandeln und Haselnüsse.JPG
    Mandeln und Haselnüsse

    Fast ebenso kalziumreich sind Mandeln (250 Milligramm) und Haselnüsse (225 Milligramm).

    Thinkstock

  • omega_soja.JPG
    Sojabohnen

    Auf einen ähnlichen Gehalt kommen Sojabohnen und das Mehl daraus.

    Thinkstock

  • Eier-101770825_BINARY_171.jpg
    Eier

    Eier liefern vor allem über den Dotter Kalzium.

    Thinkstock

  • Grünkohl.JPG
    Grünkohl

    Unter den Gemüsearten belegt Grünkohl den Kalzium-Spitzenplatz: Er bringt es auf 230 Milligramm pro hundert Gramm Blätter - genauso viel wie ein Glas Milch!

    Thinkstock

  • Grünes Gemüse.JPG
    Grünes Gemüse

    Weitere kalziumreiche Sorten sind Fenchel, Brokkoli, Lauch und Spinat.

    Thinkstock

  • omega_hering.JPG
    Hering

    Vom "Sonnenvitamin" D steckt am meisten im Hering: Rund 26 Mikrogramm pro hundert Gramm Fisch.

    Thinkstock

  • 13_lachs.jpg
    Lachs

    Lachs kommt auf einen Vitamin-D-Gehalt von rund 16 Mikrogramm, ...

    Thinkstock

  • Sardinen.JPG
    Sardinen

    ... Sardinen enthalten gut zehn Mikrogramm Vitamin D.

    Thinkstock

  • Austern.JPG
    Austern

    Auch die edlen Muscheln liefern Vitamin D - zumindest Feinschmeckern.

    Thinkstock

  • Steinpilze.JPG
    Steinpilze

    Wer sein Vitamin D lieber fleischlos bezieht, für den sind Steinpilze die beste Wahl: Gute drei Mikrogramm Vitamin D2 stecken in ihnen (pro hundert Gramm).

    Thinkstock

  • Champignon.jpg
    Champignons

    Auch Kultur-Champignons sind mit zwei Mikrogramm gute Vitamin-D2-Lieferanten.

    Thinkstock

 

Für Vitamin D ins Freie gehen

Deshalb ist es besonders im Herbst und Winter wichtig, täglich ins Freie zu gehen, um Tages- beziehungsweise Sonnenlicht zu tanken. Schon ein paar Minuten im Freien können die körpereigene Produktion von Vitamin D anregen. Allerdings muss auch im Herbst bedacht werden, dass ungeschütztes Sonnen Hautkrebs begünstigt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät je nach Hauttyp und Saison zu verschiedenen Aufenthaltsdauern in der Sonne. Im Herbst reichen für helle Hauttypen 10 bis 20 Minuten im Freien, für dunklere Hauttypen 15 bis 25 Minuten, um genug Vitamin D produzieren zu können. Einige Hautpartien - wie Gesicht und Hände - sollten dabei unbedeckt bleiben.

Solarium ist keine Alternative

Das Solarium mag als naheliegende Alternative erscheinen. Experten der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) warnen jedoch vor der Sonnenbank. Die Strahlen unter der künstlichen Sonne seien so intensiv wie die der echten Sonne mittags am Äquator. Und dadurch steige die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken. Wichtiger noch: In Solarien können Benutzer gar kein Vitamin D sammeln. Denn die UVB-Strahlen, die der Körper für die Bildung von Vitamin D benötigt, kommen dort fast gar nicht vor.

Über 50 Prozent leiden an Vitamin D-Mangel

Nach internationalen Kriterien weisen in Deutschland rund 60 Prozent der Bevölkerung eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung auf. Daher gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) einen neuen Referenzwert für die Vitamin-D-Zufuhr bekannt. Sie empfiehlt unter der Annahme einer fehlenden körpereigenen Bildung 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag an. Laut des Instituts nehmen Jugendliche und Erwachsene durch die normale Nahrung circa 2 bis 4 Mikrogramm Vitamin D täglich auf. Den Rest muss die Haut aufnehmen – oder es muss mit speziellen Präparaten in Absprache mit dem Arzt ausgeholfen werden.

Vitamin-Präparate können Mangel ausgleichen

Wenn die Sonneneinstrahlung und die Nahrungsaufnahme nicht ausreichen, um einen Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, müssen Präparate ran: Die DGE rät vor allem Menschen, die sich tagsüber meist in geschlossenen Räumen aufhalten oder wenig Haut zeigen, sowie Menschen mit dunkler Hautfarbe zu Vitamin-D-Mitteln.

Umfrage
Wie lange halten Sie sich täglich in der Sonne auf?

Auch ältere Personen können abgesehen von der Zufuhr über Licht und Nahrung auf ein Vitamin-D-Präparat zurückgreifen. Studien beweisen, dass Vitamin D bei älteren Menschen das Risiko für Stürze, Knochenbrüche und Mobilitätseinschränkunegn senken kann.

Sechs wirksame Wege aus dem Winterblues
1 von 7
  • blues_schirm.JPG
    Kampf dem Winterblues

    Kalt, nass und grau - der Winter versaut so manchem die Laune. Der Grund für den Winterblues: Wenn Menschen wenig Licht abbekommen, produziert der Körper verstärkt das Hormon Melatonin, das die Stimmung drückt und müde macht. In diesem Jahr dürfte die sogenannte Winterdepression ein Massenphänomen sein.

    Thinkstock

  • blues_spazieren.JPG
    Vor die Tür gehen

    Was den Menschen im Winter fehlt, ist Tageslicht. Künstliche Beleuchtung hilft nicht viel. Stattdessen sollten Sie sich jeden Tag möglichst mindestens 30 Minuten am Tageslicht bewegen in. Das unterdrückt die Melatonin-Produktion völlig ohne Nebenwirkungen.

    Thinkstock

  • blues_freunde-kochen.JPG
    Freunde treffen

    Ein Treffen in geselliger Runde ist gut fürs Gemüt und bringt auf andere Gedanken. Aber wenn jemand schlechte Laune hat, kostet es oft Überwindung, sich mit Freunden zu verabreden. Doch nur Mut: Es hilft garantiert dabei, die trübe Stimmung zu vertreiben.

    Thinkstock

  • blues_sonnige-gedanken.JPG
    Sonnige Gedanken

    Am besten freuen Sie sich schon morgens ganz bewusst auf kleine Dinge des Tages: eine gemütliche Tasse Kaffee mit einem netten Kollegen etwa. Ganz wichtig außerdem: den Feierabend für schöne Dinge reservieren – sich zum Beispiel einen schönen Urlaub in Erinnerung rufen und Fotos anschauen. Das steigert zugleich die Vorfreude auf die nächste Reise. Sie können auch Tipp 2 und 3 kombinieren und mit Freunden ein Urlaubsmenü kochen oder zur Abwechslung ein Wintergrillen veranstalten.

    Thinkstock

  • blues_pralinen.JPG
    Süßes in Maßen genießen

    Auch über die Ernährung können wir unser Wohlbefinden steigern. Die verstärkte Produktion des Melatonins führt dazu, dass wir mehr Hunger haben. Und dieses Bedürfnis sollten Sie nicht ignorieren – auch, wenn ihr Körper nach Süßem schreit. Ein Stückchen Schokolade ist dafür bekannt, die Stimmung zumindest kurzfristig zu heben.

    Thinkstock

  • blues_lichttherapie.JPG
    Lichttherapie

    Wenn die Winterdepression ernsthafte Probleme macht, kann eine Lichttherapie helfen. Spezielle, sehr helle Lampen simulieren dabei das Tageslicht. Das künstliche Sonnenlicht steigert Antrieb und hellt die Stimmung auf. Passende Geräte gibt es auch für zu Hause – dafür sind allerdings mehrere Hundert Euro fällig.

    Thinkstock

  • wintersonne.JPG
    Wintersonne statt Solarium

    Zum Stimmungsaufheller taugt das Solarium nicht – das Risiko für die Haut ist größer als der Effekt fürs Gemüt. Außerdem ist die Wirkung des Lichts auf das Auge von entscheidender Bedeutung, im Solarium muss man jedoch die Augen schließen beziehungsweise eine Schutzbrille tragen. Besser: Natürliche Sonne ausnutzen, das kurbelt zusätzlich die Vitamin-D-Produktion in der Haut an und stärkt die Knochen. Bei starker Wintersonne und vor allem im Schnee den Sonnenschutz für Haut und Augen aber nicht vergessen!

    Thinkstock

Autor: dpa / nl / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 13. Februar 2012
Durch: Sarah Wagner
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., http://www.dge.de/

Fragen zum Thema

Aktuelle Top-Themen

So gelingt gesunder Grillgenuss
Kulinarische Sommerfreuden

So gelingt gesunder Grillgenuss

Auf den Rost kann neben Würstchen, Grillkäse und Gemüse sogar Obst. Worauf Sie achten sollten mehr...

Mehr Laufen für ein längeres Leben
Bewegung und Sterberisiko

Mehr Laufen für ein längeres Leben

Schon wer täglich 1700 Schritte geht, verlängert sein Leben mehr...

Wie Sie sich glutenfrei ernähren
Allergie gegen Klebereiweiß

Wie Sie sich glutenfrei ernähren

Welt-Zöliakie-Tag: Wie Sie der Glutenunverträglichkeit mit einer Ernährungsumstellung beikommen mehr...

Blasses Gemüse: Weiß, aber oho
Kartoffeln, Kohl, Knoblauch

Blasses Gemüse: Weiß, aber oho

Die farbenfrohen Vitaminbomben nützen dem Körper, klar. Aber wer denkt schon an unscheinbare Kartoffeln, weiße Zwiebeln und Kohlrabi, wenn es um die Vorzüge pflanzlicher Nahrung für die Gesundheit geht? Dieses... mehr...

Weiterführende Artikel

Latte macchiato und Co. sind Figurkiller

Latte macchiato und Co. sind Figurkiller

Kaffee war gestern - heute trinkt der moderne Mensch einen Latte macchiato, Moccacino oder Frappé... mehr...

Abwehrkräfte mit Sport stärken

Abwehrkräfte mit Sport stärken

Trockene Schleimhäute durch Heizungsluft schwächen das Immunsystem in der kalten Jahreszeit. Neben... mehr...

Krebsrisiko steigt mit jedem "Schluck"

Krebsrisiko steigt mit jedem "Schluck"

Es ist zwar immer schön, mit Freunden zusammen zu sitzen und ein Gläschen Wein oder Bier zu trinken,... mehr...

Laufen gegen Migräne

Laufen gegen Migräne

Mehr Fitness, weniger Migräne: Wer dreimal pro Woche 30 Minuten joggt oder walkt, kann sowohl die... mehr...

Ratgeber
  • ScheidenpilzScheidenpilz

    Warum bekommt eine Frau ständig Scheidenpilz und die andere nicht? Antworten im Extra-Ratgeber

  • SchwangerschaftSchwangerschaft

    Auf unserem Schwesterportal finden Sie alles über Kinderwunsch, Schwanger- schaft, Geburt und Baby

  • KrebsKrebs

    Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen. Informieren Sie sich über Ursachen und Therapien

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere über 50 Gesundheitsexperten beantworten Ihre Medizin-Fragen.

mehr lesen...
Lifeline auf Twitter folgen

Lifeline-Fan auf Facebook werden

Zum Seitenanfang