Für Knochen, gegen Depression
In der Wintersonne Vitamin D tanken
Die Deutschen leiden unter Vitamin D-Mangel: Das macht nicht nur die Knochen anfälliger, sondern führt laut einer US-Studie sogar zu depressiven Verstimmungen. Täglich ein paar Sonnenstrahlen zu tanken, hilft dagegen.
So trübe wie das Wetter ist auch die Laune? Kein Wunder, denn bei den meisten Menschen in unseren Breitengraden sind die Reserven an Vitamin D in diesem besonders trüben Winter aufgebraucht. Und ein Mangel an diesem Vitamin kann die Ursache für miese Stimmung sein. Forscher des UT Southwestern Medical Center haben in einer Studie herausgefunden, dass hohe Vitamin D-Werte depressiven Verstimmungen entgegenwirken können.
Vitamin D wird hauptsächlich durch UVB-Strahlen, das bedeutet durch Sonnenlicht, über die Haut gebildet. Auch über die kann Vitamin D aufgenommen werden, jedoch reicht das nicht, um die nötige Versorgung zu gewährleisten.
Für Vitamin D ins Freie gehen
Deshalb ist es besonders im Herbst und Winter wichtig, täglich ins Freie zu gehen, um Tages- beziehungsweise Sonnenlicht zu tanken. Schon ein paar Minuten im Freien können die körpereigene Produktion von Vitamin D anregen. Allerdings muss auch im Herbst bedacht werden, dass ungeschütztes Sonnen Hautkrebs begünstigt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät je nach Hauttyp und Saison zu verschiedenen Aufenthaltsdauern in der Sonne. Im Herbst reichen für helle Hauttypen 10 bis 20 Minuten im Freien, für dunklere Hauttypen 15 bis 25 Minuten, um genug Vitamin D produzieren zu können. Einige Hautpartien - wie Gesicht und Hände - sollten dabei unbedeckt bleiben.
Solarium ist keine Alternative
Das Solarium mag als naheliegende Alternative erscheinen. Experten der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) warnen jedoch vor der Sonnenbank. Die Strahlen unter der künstlichen Sonne seien so intensiv wie die der echten Sonne mittags am Äquator. Und dadurch steige die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken. Wichtiger noch: In Solarien können Benutzer gar kein Vitamin D sammeln. Denn die UVB-Strahlen, die der Körper für die Bildung von Vitamin D benötigt, kommen dort fast gar nicht vor.
Über 50 Prozent leiden an Vitamin D-Mangel
Nach internationalen Kriterien weisen in Deutschland rund 60 Prozent der Bevölkerung eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung auf. Daher gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) einen neuen Referenzwert für die Vitamin-D-Zufuhr bekannt. Sie empfiehlt unter der Annahme einer fehlenden körpereigenen Bildung 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag an. Laut des Instituts nehmen Jugendliche und Erwachsene durch die normale Nahrung circa 2 bis 4 Mikrogramm Vitamin D täglich auf. Den Rest muss die Haut aufnehmen – oder es muss mit speziellen Präparaten in Absprache mit dem Arzt ausgeholfen werden.
Vitamin-Präparate können Mangel ausgleichen
Wenn die Sonneneinstrahlung und die Nahrungsaufnahme nicht ausreichen, um einen Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, müssen Präparate ran: Die DGE rät vor allem Menschen, die sich tagsüber meist in geschlossenen Räumen aufhalten oder wenig Haut zeigen, sowie Menschen mit dunkler Hautfarbe zu Vitamin-D-Mitteln.
Auch ältere Personen können abgesehen von der Zufuhr über Licht und Nahrung auf ein Vitamin-D-Präparat zurückgreifen. Studien beweisen, dass Vitamin D bei älteren Menschen das Risiko für Stürze, Knochenbrüche und Mobilitätseinschränkunegn senken kann.
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