Wieso der Durst auf der Strecke bleibt
Viele Menschen trinken im Alter zu wenig. Schuld daran ist nicht etwa zunehmende Trägheit, sondern alternde Sinneszellen, die das Durstgefühl unterdrücken.
Senioren greifen zu selten zum Wasserglas und können daher lebensbedrohlich austrocknen. Wissenschaftler aus Australien und den USA haben jetzt herausgefunden, wieso sich das Trinkverhalten mit dem Alter ändert. Michael Farell und seine Kollegen vom Howard Florey Institute in Melbourne entdeckten, dass bei Senioren, die eigentlich Durst verspüren mussten, eine bestimmte Hirnregion weniger aktiv war. Es handelt sich um den anterioren cingulären Cortex, der hinter der Stirn in einem bestimmten Abschnitt des Frontallappens sitzt.
Die Forscher um Michael Farell bezogen zwei Gruppen von Testpersonen in ihre Untersuchungen ein. Die älteren Probanden waren im Alter zwischen 65 und 74 Jahren, die jüngeren zwischen 21 und 30 Jahren. Die Versuchsteilnehmer mussten ein salziges Getränk herunterspülen, das großen Durst auslöste. Anschließend sollten die Probanden so viel trinken, bis ihr Durst gelöscht war.
Durst entsteht immer dann, wenn im Körper ein Mangel an Flüssigkeit herrscht und die Konzentration bestimmter Salze im Blut ansteigt. Trinkt der Durstige, melden bestimmte Sensoren im Mund und im Magen dem Gehirn, dass die Gefahr gebannt ist. Das Gehirn reagiert prompt mit dem Abklingen des Durstgefühls. Diese wichtigen Sensoren scheinen ihre Aufgabe mit dem Alter weniger genau auszuführen und die aufgenommene Flüssigkeitsmenge zu überschätzen.
Die Forscher konnten beobachten, dass der Durst der älteren Probanden viel schneller gestillt war als der der jungen Teilnehmer. Die Messung der Salzkonzentration im Blut ergab, dass die Senioren noch immer einen erheblichen Flüssigkeitsmangel aufwiesen. Bilder aus dem Computertomographen belegten, dass bei ihnen der anteriore cinguläre Cortex rasch wieder untätig war, obwohl erst eine geringe Menge an Wasser getrunken wurde. Dies ist laut Farell die Erklärung dafür, dass ältere Menschen häufig dehydriert sind. Dehydratation ist gerade in den heißen Sommermonaten ein großes Problem, das mit Lethargie und Halluzinationen einhergeht und im schlimmsten Fall bis zum Tod führen kann.
Und noch mehr ...
Zuviel rotes Fleisch erhöht die Krebsgefahr
Liebhaber fleischiger Kost, die täglich mehr als 250 Gramm rotes Fleisch essen, setzten sich einem... mehr...
Antibiotika-Alarm bei Hühnchen
Für den Menschen können mit Antibiotika gefütterte Tiere gefährlich werden: Eine neue Studie belegt,... mehr...
