Gefährlicher Alkoholkonsum

Alkohol: Krebsrisiko steigt mit jedem Schluck

Es ist zwar immer schön, mit Freunden zusammen zu sitzen und ein Gläschen Wein oder Bier zu trinken. Allerdings wären zahlreiche Krebsfälle vermeidbar, wenn wir das seltener und mit weniger Alkohol tun würden. Dies geht aus einer Studie hervor, auf die sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bezieht.

Schon ab einem Glas Bier steigt das Krebsrisiko.
Schon ab einem Glas Bier steigt das Krebsrisiko.
Bild: Ralf Hirschberger/dpa

Mit jedem Glas Alkohol steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Das beginnt schon bei zehn Gramm Alkohol am Tag, also etwa einem Glas Bier. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hin. Zwar gelten kleinere Mengen Alkohol als noch vertretbar: Für gesunde Männer maximal 20 Gramm Alkohol pro Tag - das entspricht etwa zwei Gläsern Bier - und für gesunde Frauen höchstens zehn Gramm. Keinesfalls sollte aber täglich Alkohol konsumiert werden, teilt die DGE mit. Alkohol sei schätzungsweise für zehn Prozent der Krebsfälle bei Männern und für drei Prozent bei Frauen verantwortlich.

Je mehr man trinkt, desto höher das Risiko

Im Vergleich zum Verzicht oder zu gelegentlichem Trinken ist starkes Trinken mit einem besonders hohen Risiko für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs verbunden: Täglich 4 oder mehr Drinks erhöhen das Risiko um 400 Prozent. Das Risiko für Kehlkopfkrebs ist etwa um 150 Prozent, das für Dickdarm- und Brustkrebs um 50 Prozent und für um 20 Prozent erhöht. Auch bei geringem Alkoholkonsum von einem Drink pro Tag ist das Risiko für bestimmte Krebskrankheiten erhöht, und zwar um 20 bis 30 Prozent für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs. Das Risiko für Leberkrebs ist ebenfalls erhöht.

Bei allen untersuchten Krebslokalisationen besteht eine Dosis-Wirkungsbeziehung: Je mehr getrunken wird, desto höher steigt das Risiko. Das Brustkrebsrisiko beispielsweise steigt pro zehn Gramm Alkohol pro Tag um jeweils sieben Prozent.

90 Prozent der Krebstodesfälle bei Männern könnten verhindert werden

Die DGE beruft sich auf eine aktuelle Untersuchung, für die Wissenschaftler mehrere Studien zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs ausgewertet und zusammengefasst haben. Demnach ließen sich 90 Prozent der alkoholbedingten Krebskrankheiten und Krebstodesfälle bei Männern verhindern, wenn sie weniger Alkohol trinken würden. Bei Frauen wären es 50 Prozent. Das entspreche insgesamt etwa 720 000 Krankheitsfällen und 430 000 Todesfällen weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zählt Alkoholkonsum zu den zehn weltweit bedeutendsten Gesundheitsgefahren.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. November 2011
Quellen: Journal "Nutrition and Cancer" 2011; 63: 983-90. Aktuelle Veröffentlichungen der DGE

Aktuelle Top-Themen
Optimales Gedächtnistraining: Sport unterstützt Gehirnjogging
Körper und Geist in Bewegung

Wer geistig fit bleiben will, sollte sich nicht mit dem Kreuzworträtsel auf der Couch verschanzen. Gehirnjogging bringt erst in Verbindung mit Sport das Gedächtnis richtig auf Trab mehr...

Brainfood: Lebensmittel, die unser Gehirn liebt
Energie für die grauen Zellen

Eine gezielte Ernährung trägt dazu bei, das Gehirn optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Intelligenter macht Brainfood allerdings nicht mehr...

Intelligenz: IQ lässt sich verändern
Zusammenspiel vieler Faktoren

Intelligenz ist keine unveränderliche Eigenschaft, die uns in die Wiege gelegt wird. Sie basiert auf verschiedenen Faktoren – und die können wir teilweise beeinflussen mehr...

Kalzium – mit Parmesan und Co. dem Kalziummangel vorbeugen
Lebenswichtiger Mineralstoff

Es steckt kiloweise Kalzium im menschlichen Körper. Warum es so wichtig ist und wie viel wir brauchen mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Ratgeber
  • ArthroseArthrose

    Gelenkverschleiß stoppen und endlich wieder frei von Schmerzen sein mehr...

  • NagelpilzNagelpilz

    Nagelpilz ist nicht nur ein Schönheitsproblem. Unsere Tipps für gesunde Nägel und Füße mehr...

Zum Seitenanfang