Koffein-Konsum
Kaffee kein Mittel gegen Müdigkeit
Viele Menschen schwören auf die morgendliche Tasse Kaffee. Koffein hilft gegen die Müdigkeit – oder? Nein. Der vermeintliche Wachmacher büßt schnell seine Wirkung ein und kann sogar Angst auslösen.
Kaum ein Getränk ist so in aller Munde wie der Kaffee. Etwa 150 Liter des schwarzen Gebräus haben die Deutschen im vergangenen Jahr pro Kopf getrunken. Viele können sich gar nicht mehr vorstellen, morgens ohne ihr Lieblingsgetränk gegen die Müdigkeit anzukommen. Eine britische Studie hat jedoch gerade erst zeigen können, dass Koffein aus Kaffee, Tee und Energy-Drinks bei Dauerkonsumenten keine positive Wirkung zeigt. Wissenschaftler der Universität Münster konnten zudem nachweisen, dass das Lieblingsgetränk der Deutschen sogar Angst auslösen kann.
„Ein regelmäßiger Koffein-Konsum scheint vor allem den negativen Effekten des Entzugs entgegenzuwirken“, so Dr. Christa Hohoff von der Universität Münster. Zu diesem Ergebnis kommt die Biologin nach Auswertung ihrer Studie mit 379 Probanden. Nach insgesamt 16 Stunden Kaffee-Entzug bekamen jene Probanden, die täglich Kaffee getrunken hatten, einen Placebo. Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine miserable Konzentrationsfähigkeit waren die Folge. Erst als sie echten Kaffee trinken durften, besserte sich ihr Zustand wieder und kletterte in etwa auf das Niveau, das dem der Probanden entsprach, die für gewöhnlich kaum Kaffee tranken. Einige der Probanden hatten den Koffein-Genuss außerdem mit Angstzuständen gezollt.
Nicht nur Konzentrationsfähigkeit und Müdigkeit können die Folge von zu hohem Kaffee-Konsum sein. „Schon vor einigen Jahren konnte mit Beteiligung münsterscher Forscher nachgewiesen werden, dass eine genetische Variante im Adenosin-A2A-Rezeptor Einfluss auf die gefühlte Angst hat“, erläutert Hohoff. „An diesem Rezeptor dockt das Koffein aus Kaffee oder Tee im menschlichen Gehirn hauptsächlich an.“ Die Biologin untersuchte für ihre Studie unterschiedliche Varianten von Rezeptoren. Dabei konnte sie zeigen, dass Koffein bei Personen mit einer bestimmten Ausstattung von Genen Angst verursachen kann. Auch hier gibt es jedoch einen Gewöhnungseffekt, der in diesem Fall zur Abnahme des Angstgefühls führt.
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