ADHS

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom kann Kreativität fördern

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Milde Formen von ADHS scheinen die Kreativität zu fördern.
David Woolley

Ausnahmekünstler wie James Dean, Kurt Cobain, Picasso und Oscar Wilde verdanken ihren kreativen Genius womöglich dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS).

Psychiater Professor Michael Fitzgerald glaubt, dass Menschen mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) eine besondere Fähigkeit besitzen. Er bezeichnet sie als „hyper-focus“. Das Trinity College Dublin äußert gegenüber der BBC, dass der Lebensweg zahlreicher großer Namen wie beispielsweise die Schriftsteller Jules Verne und Mark Twain auf eine entsprechende Erkrankung hindeuten. Bisher galten Menschen mit ADHS vor allem als benachteiligt, besonders in Bezug auf die Notenleistung in der Schule und vermehrten Problemen in der Familie.

Fitzgerald vermutet, dass das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom in milder Ausprägung durchaus auch gute Eigenschaften mit sich bringt. Auf dem alljährlichen Treffen der Royal College of Psychiatry’s Faculty of Academic Psychiatry in Großbritannien erläutert er: „Das gleiche Gen, das an der Entstehung von ADHS beteiligt ist, kann außerdem Risikobereitschaft fördern. Diese Eigenschaft kann problematisch und sogar selbstzerstörerisch sein und Menschen dazu bringen, Verbrechen zu begehen, sie kann die Betroffenen jedoch auch zu weltbewegenden Durchbrüchen in Kunst, Wissenschaft und Forschung befähigen.“ Als Beispiel führt der Psychiater den Musiker Kurt Cobain an, der die Fähigkeit besaß, sich vollkommen aufs Schreiben seiner Musik zu konzentrieren.

Fitzgerald erklärt, dass Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ihrer Umwelt häufig wenig Aufmerksamkeit entgegenbringen, dass sie sich jedoch umso besser auf etwas konzentrieren können, was sie wirklich interessiert. Natürlich sei laut Fitzgerald das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom kein Garant für herausragende, kreative Leistungen, aber die Fähigkeit des ungeteilten Aufgehens in einer Sache ermögliche es kreativen Menschen, sich zu entfalten und Großes zu vollbringen.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 05. Februar 2010

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