Medizin & Forschung

US-Hormonpräparat erhöht Brustkrebsrisiko

Das Brustkrebs- und Herz-Kreislaufrisiko erhöht sich leicht bei Frauen nach den Wechseljahren durch die Hormonersatztherapie mit einem Kombinationspräparat, hat eine US-Studie ergeben. Bei ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen erscheine das Medikament dennoch weiterhin vertretbar, so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Ärzte sollten das Präparat allerdings nicht über einen langen Zeitraum verschreiben. Auch dürften die Frauen kein Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung tragen. Patientinnen, die ein Hormon-Kombinationspräparat nehmen, sollten ihren Arzt fragen, ob er ihnen weiterhin zur Hormonersatztherapie raten würde."Man muss die Studie sicherlich aufmerksam lesen und zur Kenntnis nehmen. Sie ist aber kein Grund für Frauen in Deutschland, eine laufende Therapie abzusetzen", sagt hingegen der Hormonexperte und Frauenarzt Ludwig Wildt von der Universitäts-Frauenklinik Erlangen. Er verweist darauf, dass in Deutschland eine etwas andere Hormonzusammensetzung als in der Studie genutzt wird.An der Studie "Womens Health Initiative" (WHI) waren etwa 16.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren beteiligt. Ein Teil von ihnen erhielt ein Arzneimittel aus einem abgewandeltem Östrogen und einem Gestagen, der andere Teil ein Scheinpräparat. Die Probanden, die das Kombinationsmittel nahmen, wiesen laut BfArm zwar ein etwas vermindertes Risiko auf, an Darm- und Gebärmutterkrebs zu erkranken oder Knochenbrüche zu erleiden. Das Risiko für Brustkrebs und Herzkreislaufleiden sei dagegen etwas erhöht gewesen. Daraufhin haben die Wissenschaftler diesen Teil der ursprünglich über mindestens acht Jahre dauernden Studie nach fünf Jahren vorzeitig abgebrochen.Umfassende Information zum Thema Brustkrebs auf http://www.leben-mit-brustkrebs.de

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 27. März 2006

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