Neues aus der Forschung

Kleopatras Augen-Make-up schützte vor Krankheiten

Das auffällige Augen-Make-up der Ägypterinnen sollte scheinbar nicht nur die Herren bezirzen, sondern diente wohl auch der Abwehr von Krankheitserregern.

Französische Forscher fanden heraus, dass dem Make-up Blei und Bleisalze beigemischt waren, die das Immunsystem ankurbelten und es insbesondere gegen Bakterien wappnete, die Augenkrankheiten auslösen können. Philippe Walter vom Louvre-Museum in Paris berichtet im Fachblatt „Analytical Chemistry“, dass die Ägypter das besondere Make-up bereits vor 4000 Jahren entwickelten. Es sollte den Trägerinnen nicht nur eine geheimnisvoll dunkle Augenpartie verleihen, sondern sie außerdem vor dem "bösen Blick" schützen sollte. Hierfür wurden Blei und Bleisalze benutzt, deren Herstellung Monate in Anspruch nahm.

Zunächst vermuteten Forscher, dass die bleihaltige Schminke ein Gesundheitsrisiko dargestellt haben könnte. Wissenschaftler vom Louvre Museum und vom CNRS Forschungsinstitut fanden nun heraus, dass die verwendeten Bleiverbindungen in niedrigen Dosierungen sogar einen positiven Effekt haben können. Studienleiter Walter erklärt: "Wir wussten, dass Griechen und Römer herausgefunden hatten, dass Make-up auch medizinische Eigenschaften hat, aber wir wollten Näheres darüber herausfinden." Anders als bisher angenommen scheint Blei in geringen Dosen keine Gefahr für die Zellen darzustellen. Es sei vielmehr in der Lage, Stickoxide zu produzieren, die das Immunsystem mobilisieren. Vor allem Bakterien, die Augeninfektionen auslösen können, gehe es dabei an den Kragen.

Die Forscher benutzen für ihre Untersuchung eine winzige Elektrode, die nur ein Zehntel des Durchmessers eines Haares hatte. Mit ihr konnten sie die Wirkung der Bleiverbindungen auf eine einzige Zelle nachweisen.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2010
Quellen: Nach Informationen des Fachblatts „Analytical Chemistry“

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