Gegen den Trend
Kein Schönheitswahn bei Jugendlichen
Die Jugendlichen bewegen sich offenbar gegen den allgemeinen Trend, zumindest was die eigene Körperwahrnehmung betrifft. Denn Jugendliche haben mehrheitlich eine positive Einstellung zum eigenen Körper. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative EMNID-Studie, die im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt wurde.
An der Studie mit dem Namen "Jugendsexualität 2005" nahmen 2.500 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren teil. Sie wurden zu ihrem subjektiven Körperempfinden und ihrem Körperbewusstsein befragt. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Beschäftigung mit dem eigenen Körper für beide Geschlechter sehr wichtig ist: So "stylen" sich drei von vier Mädchen und mehr als die Hälfte der Jungen gern. Doch trotz des großen Interesses für den eigenen Körper und dem allgemeinen Schönheitswahn gaben die meisten Jugendlichen - 62% der Jungen und knapp die Hälfte der Mädchen (46%) - an , sich in ihrem Körper wohlzufühlen. Mädchen sehen sich jedoch meist kritischer, obwohl auch bei ihnen von einer generell negativen Einstellung zum eigenen Körper nicht die Rede sein kann.
Mädchen fühlen sich häufiger zu dick
Ein Viertel der Mädchen damit doppelt so viele wie Jungen fühlen sich zu dick. Das gängige, extrem schlanke Schönheitsideal beeinflusst Mädchen offenbar sehr viel stärker als männliche Jugendliche. Einige Mädchen würden sogar eine Operation in Betracht ziehen, um ihren Körper zu verschönern.
Mit zunehmendem Alter gewinnt eine attraktive Erscheinung bei beiden Geschlechtern an Bedeutung. Gleichzeitig nehmen Mädchen und Jungen den eigenen Körper in höherem Maß positiv wahr: 14-jährige Jungen finden ihren Körper zu 36% schön, bei den 17-Jährigen steigt diese Zahl auf rund 50% an. Bei den Mädchen verläuft diese Entwicklung auf etwas niedrigerem Niveau ähnlich. Partnerstatus, erste sexuelle Kontakte und das Elternhaus beeinflussen das Körperempfinden der Jugendlichen. Bei Jungen hat die Freundin einen stark positiven Einfluss auf die Körperpflege und das Verhältnis zum eigenen Körper. Bei den Mädchen ist dieser Einfluss nicht ausgeprägt. Auch die Atmosphäre im Elternhaus spielt eine wichtige Rolle bei der Ausprägung des Körperbewusstseins Jugendlicher, wie die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Dr. Elisabeth Pott betont. "Mädchen und Jungen, die sich von ihren Eltern angenommen fühlen und zu Hause eine gute Vertrauensbasis haben, entwickeln ein besseres Verhältnis zu ihrem Körper, so die Expertin.
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