Makellose Haut
Damit aus Wunden keine hässlichen Narben werden
Tiefere Verletzungen oder Operationsschnitte können bleibende Spuren auf der Haut hinterlassen. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie der Bildung unschöner Narben gegensteuern.
Im Laufe des Lebens muss die Haut immer wieder mit kleineren Verletzungen fertig werden. Das tut sie in der Regel auch problemlos: Wunden, die auf die oberste der drei Hautschichten, die Oberhaut begrenzt sind, heilen in der Regel ohne sichtbare Spuren ab. Tiefer gehende Wunden, auch in Folge von Entzündungen wie beispielsweise Akne, hinterlassen dagegen oft unschöne Narben.
Unterschiedliche Narbenformen
Man unterscheidet verschiedene Formen der Narbenbildung:
- wulstartige, so genannte hypertrophen Narben
- eingesunkene, so genannte atrophe Narben
- über die ursprüngliche Wunde hinausreichende Narben, so genannte Keloide
Wie hoch die Chancen stehen, dass nach einer tieferen Verletzung eine sichtbare Narbe zurückbleibt, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Lebensalter: In jungen Jahren heilen Narben oft schlechter als in fortgeschrittenem Alter
- genetische Veranlagung zu übermäßiger Narbenbildung
- Ort der Verletzung: Wo die Haut stärkerer Spannung ausgesetzt ist, besteht auch ein höheres Risiko, dass eine tiefere Verletzung eine störende Narbe hinterlässt.
Auch nach einer tiefer gehenden Verletzung, zum Beispiel nach einer Operation, muss nicht zwangsläufig eine entstellende Narbe zurückbleiben. "Ich würde nie eine unsichtbare Narbe versprechen", sagt Sven von Saldern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). "Aber eine Narbe kann so schön verheilen, dass selbst der Operateur sie suchen muss." Das erfordere aber mindestens zwei Dinge: einen geschickten Chirurg, der die Wunde so vernäht, dass die Haut nicht unter Zug steht. Und einen Patienten, der Geduld hat, bis die Narbe ganz ausgeheilt ist.
Dazu gehöre, der betreffenden Körperstelle Ruhe zu geben und die Narbe nicht unter Zug zu setzen. Ein weiterer Tipp des Experten lautet: "Drei Wochen lang keinen Sport machen, vor allem wenn die Narbe in einem Bereich liegt, der viel bewegt wird." Denn selbst wenn längst die Fäden gezogen sind und oberflächlich alles gut aussieht, sei die Narbe noch längst nicht verheilt.
Frische Narben vor Sonne schützen
Gerd Gauglitz von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Universität München rät zudem, eine noch frische Narbe per Pflaster oder Sunblocker mindestens drei Monate vor der Sonne zu schützen. "Durch die UV-Strahlung kann es zu einer Pigmentverschiebung im Wundbereich kommen", erläutert er. In der Folge könne die vernarbte Haut sich dauerhaft heller oder dunkler färben.
Durch ein Pflaster kann die Narbe auch vor scheuernden Kleidungsstücken geschützt werden. Fachleuten empfehlen außerdem Silikongele, -pflaster und ein Zwiebelextrakt enthaltendes Narbengel.
Nicht ganz einig sind sich Fachärzte hinsichtlich der Bewertung von Massagen zur Behandlung von Narben. DGÄPC-Präsident von Saldern hält Massagen in Form von kreisenden Bewegungen für gut: "Ich habe in dieser Hinsicht schon gute Erfolge bei verhärteten Narben gesehen. Und absolut gut ist Druck, das wissen wir aus der Verbrennungsmedizin"
"Ich wäre bei der Narbenmassage etwas zurückhaltender, die Studienlage dazu ist widersprüchlich", mahnt dagegen Gauglitz zur Vorsicht. Der Vorteil des täglichen Eincremens oder Massierens in den ersten Wochen nach der OP sei aber, dass der Patient durch die tägliche Kontrolle unerwünschte Veränderungen bemerke und frühzeitig den Arzt konsultieren kann, räumt er ein.
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