Tägliche Tipps fürs Immunsystem (2)
Abwehrkräfte mit Sport stärken
Trockene Schleimhäute durch Heizungsluft schwächen das Immunsystem in der kalten Jahreszeit. Neben gesunder Ernährung hilft regelmäßige moderate Bewegung, das Immunsystem auf Trab zu halten.
Der Sommer geht, die Erkältungszeit kommt. Die meisten grippalen Infekte treten im Winterhalbjahr zwischen Oktober und April auf. Dafür gibt es mehrere Gründe: Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen draußen sinken, bleibt man lieber drinnen in beheizten Räumen. Den Schleimhäuten in Nase, Mund und Rachen macht die trockene Heizungsluft zu schaffen. Sie werden durch Drüsensekrete feucht gehalten und sondern Antikörper, so genannte Immoglubine ab. Dadurch bilden sie einen Schutzschild gegen eindringende Viren und Bakterien. In sehr trockener warmer oder kalter Luft können die Schleimhäute austrocknen und dann ihre Schutzfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen; Viren und Bakterien haben dann leichteres Spiel.
Hinzu kommt, dass sich in schlecht gelüfteten oder überfüllten warmen Räumen, beispielsweise in öffentliche Gebäuden oder Verkehrsmitteln, Krankheitserreger gut vermehren - dies und der große Temperaturwechsel zwischen drinnen und draußen stellen eine Belastung für das gesamte Immunsystem dar.
Regelmäßige, moderate Bewegung stärkt das Immunsystem
Regelmäßige Bewegung ist eine gute Möglichkeit, das Immunsystem zu stärken. "Durch ein individuell angepasstes Ausdauertraining wie moderates Jogging oder Walking wird die Funktion der Immunzellen, die Krankheitserreger vernichten oder die Antikörperproduktion anregen können, verbessert", sagt Sabine Kind, Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (BSA-Akademie) in Saarbrücken. Damit sinke die Infektanfälligkeit.
Allerdings sollte man dabei nicht übertreiben. Denn große körperliche Anstrengung bewirkt das Gegenteil: Sie bedeutet Stress und schwächt das Immunsystem, weshalb gerade Hochleistungssportler oft besonders anfällig für grippale Infekte sind. Prinzipiell ist Bewegung im Freien zu empfehlen. Man tankt Sauerstoff, und die frische Herbstluft hilft, einem Austrocknen der Schleimhäute vorzubeugen. Außerdem ist der Aufenthalt im Freien noch aus einem anderen Grund wichtig: Die Haut benötigt Sonnenlicht, um Vitamin D zu bilden, das unser Immunsystem stärkt. Allerdings kommt es auf die Wahl der richtigen Kleidung an. "Sie sollte atmungsaktiv sein und vor Auskühlung schützen", betont Kind. Auch sollten Kopf und Hände warmgehalten werden. "Bei sehr niedrigen Temperaturen empfiehlt es sich, durch die Nase zu atmen, um den Mund- und Halsbereich zu schützen."
Gesunde Ernährung jetzt besonders wichtig
Die Infektanfälligkeit lässt sich außerdem durch eine entsprechende Ernährung senken. "Es sollten vor allem Obst und Gemüse der Saison wie Apfel, Birne und Quitten sowie Kohlsorten wie China-, Grün- und Rosenkohl verzehrt werden", rät die Dozentin. Diese enthalten gesundheitspositive und immunstärkende Vitamine und Mineralie. So enthält beispielsweise Grünkohl sehr viel Vitamin C.
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