
Therapie des Gastrinoms
Operativ entfernen und Symptome mit Medikamenten lindern
Wie alle Neuroendokrinen Tumoren (NET) sollten auch Gastrinome durch eine Operation möglichst vollständig entfernt werden. Beschwerden, wie die Übersäuerung des Magens, lassen sich durch Medikamente bessern.
Operative Behandlung
Gastrinome gehören zu den Neuroendokrinen Tumoren (NET) und treten sowohl im Zwölffingerdarm als auch in der Bauchspeicheldrüse auf: Knapp zwei Drittel aller NET im Zwölffingerdarm, hingegen nur etwa ein Zehntel aller NET in der Bauchspeicheldrüse sind Gastrinome. Abgesehen von der Multiplen Endokrinen Neoplasie vom Typ 1 (MEN-1) bei der mehrere und wiederholt Gastrinome entstehen können, geht das Gastrinom in der Regel mit der Bildung eines einzigen Tumors einher.
Die Aussicht auf einen Behandlungserfolg ist bei den Gastrinomen in der Bauchspeicheldrüse oft schlechter als bei entsprechenden Tumoren im Zwölffingerdarm. Langsam wachsende Gastrinome werden generell häufig zunächst nur beobachtet und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt operiert bzw. bei beschleunigtem Wachstum mit Chemotherapie behandelt. Denn etwa ein Drittel aller Gastrinome wächst auch ohne Behandlung nicht weiter. Ein weiteres Drittel nimmt nur langsam an Größe zu.
Bei den übrigen Gastrinomen steht zunächst die operative Entfernung im Vordergrund. Sie erfolgt entweder durch Ausschälen des erkrankten Gewebes aus dem befallenen Organ oder durch Herausschneiden der betroffenen Teile des Zwölffingerdarms bzw. der Bauchspeicheldrüse. Doch wie bei allen NET ist es auch bei den Gastrinomen nicht einfach, den Tumor im Gewebe zu finden. Denn sie sind häufig relativ klein vielfach nicht größer als ein Zentimeter im Durchmesser und entsprechend schwer zu orten.Etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Gastrinome neigt dazu, Tochtergeschwülste (Metastasen) zu streuen. Auch Gastrinome, die Metastasen gebildet haben, werden zunächst chirurgisch entfernt. Neben dem Ausgangstumor entnimmt der Operateur dann nach Möglichkeit alle Tochtergeschwülste, um so die Chance auf vollständige Heilung der Erkrankung zu wahren. Neben der Leber können insbesondere der Zwölffingerdarm, die Bauchspeicheldrüse sowie die zugehörigen Lymphknoten von Tochtergeschwülsten befallen sein.
Behandlung mit Medikamenten
Lässt sich ein Gastrinom chirurgisch nicht vollständig entfernen, erfolgt eine medikamentöse Therapie. Dabei bestehen im Wesentlichen zwei Behandlungsziele. Zum einen soll ein weiteres Wachstum des Gastrinoms bzw. seiner Tochtergeschwülste verhindert werden. Daher kommt bei rasch wachsenden Tumoren, die etwa ein gutes Drittel aller Gastrinome ausmachen, eine Chemotherapie zum Einsatz.
Das zweite Behandlungsziel besteht darin, die Symptome zu lindern. Denn das Gastrinom geht mit einer gesteigerten Produktion des Hormons Gastrin einher, das seinerseits eine Überproduktion von Magensäure auslöst, die zu schwersten Reizungen des Magens und des Darms führen kann. Daher werden so genannte Protonenpumpenblocker eingesetzt, die die Bildung der Magensäure verhindern. Damit kann das Gastrin die Magenwand nicht mehr schädigen. In einigen Fällen erfolgt auch eine Therapie mit sogenannten Somatostatin-Analoga oder Interferon-alpha.
Bei knapp der Hälfte der Patienten ist es auch nach einer heilenden Operation erforderlich, für einige Zeit die Protonenpumpenblocker einzunehmen. Denn selbst nachdem ein Gastrinom operativ vollständig entfernt wurde, geht die Säurebildung im Magen nicht sofort auf ein normales Maß zurück. Die Ursache ist eine Vergrößerung der säurebildenden Zellen der Magenschleimhaut unter der Wirkung des Gastrins. Die schützenden Medikamente sollten deshalb erst dann wieder abgesetzt werden, wenn sich die Zellen nach der Operation ausreichend zurückgebildet haben.


