Bei einer Operation

Chirurgische Entfernung

Neuroendokrine Tumoren operativ entfernen

Die Chirurgie ist ein bewährter Weg, um neuroendokrine Tumoren zu behandeln. Je früher die Diagnose erfolgt und eine Tumoroperation stattfindet, desto besser.

Die Früherkennung ist einer der wichtigsten Faktoren im Kampf gegen neuroendokrine Tumoren (NET). Auch wenn sich schon Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet haben, können diese operativ bekämpft werden. In beiden Fällen ist es günstig, wenn der Tumor sicher lokalisiert und gut zugänglich ist.

Den Tumor entfernen

Kleinere, gutartige Geschwüre können je nach Lage endoskopisch in Form einer Operation entfernt werden. Erstes Ziel ist in jedem Fall, den ganzen Tumor aus dem Körper zu entfernen. Es kommt aber vor, dass Tumoren so ungünstig liegen, dass sie nicht vollständig erfasst werden können. Doch auch dann kann eine Operation sinnvoll sein, zum Beispiel um die Hormonmenge, die ausgeschieden wird, zu reduzieren. Die Entfernung von möglichst großen Tumoranteilen ohne komplette Entfernung des gesamten Tumors nennt man auch „Tumordebulking".

Unterschiedliche Lokalisation

Im Vorderdarm-Gebiet (engl. „Foregut"), also im Bereich des Magens, können kleinere und gutartige Geschwulste mit dem Endoskop entfernt werden. Kleinere Polypen unter 1 cm Durchmesser müssen nicht gleich operiert werden, es sei denn, sie neigen zu raschem Wachstum. Größere Tumore sollten entfernt werden. Wenn sie die tieferen Gewebe-schichten betreffen oder stark durchblutet sind, kann es nötig werden, Teile des Magens mit zu entfernen.

Geschwulste im Zwölf-Finger-Darm sind in zwei von drei Fällen bösartige, Magensäure produzierende Tumoren (maligne Gastrinome). Sie haben zwar eine bessere Prognose als solche in der Bauchspeicheldrüse, müssen aber in jedem Fall rasch und großflächig entfernt werden. Sie neigen stark zum Ausstreuen von Tochtergeschwüren, darum sollten die entsprechenden Lymphknoten gleich mit entfernt werden.

Tumoren der Bauchspeicheldrüse sind in drei Viertel aller Fälle gutartige Inselzellgeschwulste. Sie können einzeln herausgeschält werden oder zusammen mit einem Teil der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) entnommen werden.

Das Mitteldarm-Gebiet (engl. „Midgut") stellt einen größeren Operationsaufwand dar, weil NET in diesem Bereich fast immer mitsamt der zugehörigen Lymphknoten entfernt werden müssen. Diese Lymphknoten ziehen sich am Darmaufhängeapparat bis tief in die Bauchhöhle hinab und sind entlang der Blutgefäße wie an einer Schnur aufgereiht.

Zum Hinterdarm-Gebiet (engl. „Endgut") zählt man NET im Dickdarm und Enddarm. Leider werden Tumore in diesem Bereich meist recht spät diagnostiziert und es sind dann oft schon großflächige Gebiete betroffen. Auch sind Tochtergeschwüre ausgehend vom Hinterdarm-Gebiet häufig in Leber und Gallenblase zu finden, die ebenfalls möglichst rasch therapiert werden müssen.

Suchen und finden

Um eine Tumor-OP erfolgreich durchzuführen, muss der Tumor zunächst genau lokalisiert werden. Gerade bei kleinen Tumoren, zum Beispiel im Insulin produzierenden Teil der Bauchspeicheldrüse, kann dies schwierig werden. Die menschliche Hand und das Auge sind dabei die wichtigsten und auch sichersten „Werkzeuge", die dem Chirurg zur Verfügung stehen. Ein erfahrener Operateur kann auch kleine Tumoren sicher ertasten oder, zum Beispiel bei Wucherungen der Darmwand, mit Hilfe einer Lichtquelle erkennen. Diese Methode nennt sich Translumination (Durchleuchtung) und sie wird oft zur Tumor-Lokalisation im Zwölf-Finger-Darm eingesetzt. Dabei wird die Darmwand gegen eine Lichtquelle gehalten, so-dass sich veränderte Stellen wegen ihrer unterschiedlichen Lichtdurchlässigkeit gut darstellen. Auch der zusätzliche Einsatz von Sonographie (Ultraschall-Aufnahmen) kann helfen, einen Tumor zu identifizieren. Besonders an der Bauchspeicheldrüse kann die Sonographie während der Tumor Operation gut eingesetzt werden.


Quelle: Nach Informationen der Patientenbroschüre GEP-Tumoren und www.planet-cme.de
Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 1, 2008


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