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Labordiagnostik

Moderne Laborverfahren können auch kleine Tumore nachweisen

Bei der Tumor Diagnose können Hormon- und Blutzuckerspiegel ebenso Auskunft geben, wie Veränderungen in der Zusammensetzung der Verdauungssäfte.

Um neuroendokrine Tumoren (NET) nachweisen zu können, bedient sich die Medizin heutzutage moderner Labormethoden. Der wichtigste allgemeine Tumormarker für GEP-NET ist das Chromogranin A. Als Tumormarker werden aber nicht nur bestimmte Eiweißstoffe im Blut herangezogen, die nur von Tumorgeweben hergestellt werden, sondern bei aktiven NET auch die veränderten Serumspiegel der jeweiligen Hormone. Auch Veränderungen im pH-Wert der Magensäure und die Blutzuckerwerte können Hinweise auf eine Tumorerkrankung geben.

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Fasten als Diagnosemethode

Ein Insulinom, ein Tumor an den insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, kann relativ gut mit einem Fastentest nachgewiesen werden. Der Patient wird auf eine Nulldiät gesetzt und 48 bis 72 Stunden nach der letzten Mahlzeit sein Blutzuckerspiegel gemessen. Bei gesunden Menschen liegt die Glukosekonzentration im Blut trotz Hungerphasen immer im Normbereich. Insulinom-Patienten dagegen schütten auch ohne Nahrung weiter Insulin aus und drücken den Blutzuckerspiegel damit unter die Grenze dessen, was der Körper braucht. Bei vier von fünf Insulinom-Patienten liegt der Blutzucker schon nach 24 Stunden ohne Nahrung deutlich unterhalb der Norm. Am Ende des Hungerversuchs sind bei ihnen auch Insulin und C-Peptid immer noch messbar und bestätigen damit die Diagnose.

Ein weiterer Beweis liegt vor, wenn sich nach 72 Stunden ohne Nahrung der Blutzuckerspiegel durch die Gabe von Glukagon, dem Gegenspieler von Insulin, erhöhen lässt. Bei Gesunden sind nach 72 Stunden Fasten die Zuckerspeicher entleert. Das Insulinom jedoch verhindert, dass der Körper seinen Speicherzucker angreift. Damit sind trotz Hungerphase immer noch genügend Reserven vorhanden, um eine messbare Steigerung des Blutzucker provozieren zu können.

Zu viel Säure im Magen, zu viel Hormon im Blut

Um ein Gastrinom, einen weiteren Tumor der Bauchspeicheldrüse, nachzuweisen, stützt sich die Medizin auf drei Werte: Erstens auf einen erhöhen Hormonwert im Blut (gemessen wird das Gastrin), zweitens auf einen viel zu sauren Magensaft, bei dem der pH Wert unter 2 liegt, und drittens auf die Menge an Salzsäure, die der Magen produziert, wenn er im Ruhezustand ist. Deuten die klinischen Symptome auf ein Zollinger-Ellison-Syndrom und damit auf ein Gastrinom hin, sollte eine Magensaftanalyse durchgeführt werden, wobei nicht nur der pH, sondern auch die Menge an Säure gemessen wird, die der Magen auch ohne Nahrungszufuhr produziert (Basal-Säure-Wert BAO). Die Kombination aller Werte gilt als Nachweis, ob ein Gastrinom vorhanden ist oder nicht. Eine bestehende Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer kann sowohl die Magensaftanalyse als auch die Bestimmung des Magensaft-pH verfälschen. Der Protonenpumpenhemmer muss daher zuvor für wenigstens acht Tage abgesetzt werden und gegebenenfalls durch eine hoch dosierte H2-Blockergabe ersetzt werden. Zwölf Stunden vor der Magensaftanalyse muss aber auch der H2-Blocker abgesetzt werden.

Biochemische Diagnostik des Karzinoidsyndroms

Um ein Karzionid-Syndrom nachzuweisen, kann man den Urin nutzen, um Hinweise auf einen Tumor zu finden. Der Urin muss einen ganzen Tag lang gesammelt und untersucht werden (24-Stunde-Sammelurin). Das wesentliche Hormon beim Karzinoid-Syndrom heißt Serotonin. Dieses Hormon im Blut zu bestimmen ist für eine Tumordiagnostik zu unsicher. Serotonin wird in den Blutplättchen gespeichert. Bei der Blutabnahme können viele Blutplättchen beschädigt und damit der Serotoninwert in der Probe künstlich erhöht werden. Außerdem wird Serotonin zum Großteil in der gesunden Leber umgewandelt. Darum muss das Hormon indirekt über sein Abbauprodukt nachgewiesen werden. Im Körper wird Serotonin zu einer leicht messbaren Substanz umgebaut, der so genannten 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES). Diese wird über die Nieren ausgeschieden. Die 5-HIES Werte eines Karzionid-Syndrom-Patienten im Sammelurin sind deutlich höher als bei Gesunden. Da Serotonin auch in vielen Nahrungsmitteln, wie z.B. Tomaten, Nüssen oder Bananen, enthalten ist, muss der Patient für mindestens 48 Stunden vor der Urinsammlung auf den Verzehr solcher Produkte verzichten, um ein verfälschtes Ergebnis zu vermeiden.


Quelle: Nach Informationen der Patientenbroschüre GEP-Tumoren und www.planet-cme.de
Autor: Springer Medizin
Stand: May 13, 2009


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