
Bildgebende Verfahren für NET
Viele NET können mit bildgebenden Verfahren erkannt werden
Bei der Diagnose neuroendokriner Tumoren (NET) kommen Endoskopie, Röntgen oder neue Verfahren wie die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zum Einsatz.
Um einen Tumor behandeln zu können, muss er zunächst gefunden werden. Tumoren im vorderen und hinteren Bereich des Verdauungstrakts können mit einem Endoskop aufgespürt werden. Richtung Dünndarm kann ein Kapselendoskop zum Einsatz kommen. Und auch weitere Verfahren wie die Szintigraphie oder die Darstellung von Blutgefäßen, die den Tumor versorgen, sind heutzutage hilfreich bei der Diagnose.
Endoskopie: Bilder vom Darm
Auch wenn die neuroendokrinen Tumoren (NET) in der Regel recht langsam wachsen, müssen sie stets so schnell wie möglich gefunden und nach Möglichkeit operativ entfernt werden. Um NET im vorderen Bereich des Verdauungstrakts sowie im Mast- und Enddarm zu lokalisieren, ist die Untersuchung mit dem Endoskop (Spiegelung") in vielen Fällen erfolgreich. Der Dünndarm, in den kein Endoskop mehr vordringen kann, kann mit einem Kapselendoskop gespiegelt werden. Hierbei schluckt der Patient die winzige Kamera wie eine Tablette. Während ihrer Passage durch den Darm macht sie dann die wichtigen Aufnahmen.
Endoskopischer Ultraschall
Um die Vorteile der Ultraschalluntersuchung quasi vor Ort im Magen-Darm-Trakt nutzen zu können, wurden spezielle Schallköpfe entwickelt, die wie eine Endoskopkamera von innen an die Organe herangebracht werden können, in denen der Tumor vermutet wird. Diese Form des Ultraschalls ist viel feiner als die vergleichsweise groben Schallaufnahmen, die durch die Bauchdecke hindurch entstehen und sehr nützlich, wenn die NET innerhalb von Organen, zum Beispiel der Bauchspeicheldrüse, vermutet werden.
Spezielle Oberflächenstrukturen nutzen
Die meisten NET-Tumoren haben an ihrer Oberfläche Andockstellen (Rezeptoren) für das Hormon Somatostatin. Man kann sie sich wie kleine Parkbuchten vorstellen, die speziell für Somatostatin ausgerüstet sind und von denen aus das Hormon seine Wirkung entfalten kann. In der Somatostatinrezeptor-Szintigraphie wird dem Patienten eine Markersubstanz (111Indium) injiziert, die sich noch besser an die Rezeptoren heftet als das Hormon selbst. 111Indium ist leicht radioaktiv, aber im Rahmen der Untersuchung unschädlich. Mit einer speziellen Kamera können Aufnahmen vom Patienten gemacht werden, auf denen sich die Regionen, in denen sich besonders viel Markersubstanz angereichert hat, deutlich sichtbar abzeichnen. Diese Gebiete bestehen mit großer Sicherheit aus Tumorgewebe, da nur dort eine so hohe Dichte an Rezeptoren zu erwarten ist. Neun von zehn NET-Erkrankungen können mit dieser Methode sicher diagnostiziert werden.
Den Körper scheibenweise durchleuchten
Besonders um Tochtergeschwulste in der Leber orten zu können, sind die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) geeignet. Beide Verfahren machen viele einzelne Aufnahmen des Körpers. Mit der Hilfe von modernen Computern kann man diese Bilder anschließend sogar zu dreidimensionalen Modellen zusammenfügen. Die CT arbeitet mit Röntgenstrahlen. Die MRT dagegen errechnet die Bilder, indem sie die Wassermoleküle im Körper magnetisch anregt und somit ihre Verteilung in den unterschiedlichen Geweben misst. Die Computertomograhpie und die MRT werden angewendet, wenn ein größerer Tumor vermutet wird. Tumoren unter einem halben Zentimeter Durchmesser können mit dieser Methode nicht zuverlässig dargestellt werden.
Die Blutzufuhr verrät die Tumoren
Mit der Angiographie, also der Darstellung der Blutgefäße, können viele Tumoren erkannt und lokalisiert werden. Um zum Beispiel Tochtergeschwulste in der Leber ausfindig zu machen, wird dem Patienten, geleitet durch Röntgen, ein Gefäßkatheter bis vor die Leber geschoben und dann ein Kontrastmittel in die Lebergefäße injiziert. Tumoren sind in der Regel viel besser mit Blutgefäßen versorgt als gesundes Gewebe. Das Kontrastmittel zeigt auf dem Röntgenbild die gut durchbluteten Tumoren deutlich an. Die Trefferquote dieser Methode liegt bei Gastrinomen und Insulinomen bei bis zu 60 Prozent, bei Tochterabsiedlungen von Gastrinomen in der Leber sogar bei bis zu 86 Prozent. Die Angiographie kann gut mit dem CT oder MRT kombiniert werden.
Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
Bei dieser Methode wird die Stoffwechselaktivität von unterschiedlichen Geweben bildlich dargestellt. Tumoren sind besonders aktiv und heben sich daher aus den PET-Bildern gut ab. Diese Methode ist aber noch recht teuer und wird bislang fast nur zu Forschungszwecken und noch nicht in der üblichen Tumordiagnostik eingesetzt.


