Nagelverschönerung
Klebenägel sind gefährlicher als man denkt
Künstliche Fingernägel sind rasch aufgeklebt und sehen im ersten Moment gut aus, doch sie sind nicht unbedenklich. Bei einer Nagelpilz-Infektion sollte man im wahrsten Sinne des Wortes die Finger davon lassen.
Künstliche Nägel aus dem Drogeriemarkt, die man selbst aufkleben kann, sind eine Alternative für spontane Anlässe. Man bezeichnet sie auch als Hochzeitsnägel – was schon darauf hindeutet, dass ihre Haltbarkeit begrenzt ist. Angeklebt werden sie mit einem Cyanacrylat-Klebstoff, das ist ein lösungmittelfreier Sekundenkleber.
Bei Nagelpilz ungeeignet
Bei Nagelpilz kommt es auf der Nageloberfläche zu unschönen Verfärbungen und Verformungen. Der Wunsch der Betroffenen, diese zu überdecken, ist verständlich - doch Klebenägel sind dafür gänzlich ungeeignet. Denn die Pilzerkrankung wird damit nur überdeckt, anstatt sie zu behandeln.
Schäden bei unsachgemäßer Anwendung
Doch auch für gesunde Nägel ist die Selfmade-Verschönerung bei unsachgemäßer Anwendung mit Risiken verbunden. Es besteht nämlich die Gefahr, dass sich in kleinsten Klebstoff-Bläschen Pilze vermehren - vor allem dann, wenn man vorhat, die Kunstnägel über einen längeren Zeitraum zu tragen. Beim Ablösen des Nagels kann es wiederum passieren, dass Teile des eigenen Nagels mit abgerissen werden. Außerdem beschädigen viele Frauen die Nageloberfläche durch zu starkes Feilen oder trocknen sie durch Aceton-haltige Nagellackentferner aus. Ist der Nagel erst einmal vorgeschädigt, haben Keime ein leichtes Spiel.
Alternative: Nagellack
Wer sich einer Nagelpilz-Behandlung, zum Beispiel mit eine pilzabtötenden Nagellack, unterzieht, muss in dieser Zeit jedoch nicht komplett auf die kosmetische Verschönerung der Nägel verzichten. Zu Behandlungsbeginn sollten man die Nägel zwar nicht lackieren, denn ein medizinischer Lack gegen Nagelpilz muss im ersten Behandlungsmonat jeden zweiten Tag auf den erkrankten Nagel aufgetragen werden. Im zweiten Monat genügt dann eine zweimal wöchentliche, ab dem dritten Monat eine einmal wöchentliche Anwendung. In den ersten beiden Behandlungsmonaten sollte auf zusätzlichen kosmetischen Lack verzichtet werden, um die Nägel nicht noch zusätzlich zu belasten. Ab dem dritten Monat kann jedoch hin und wieder über den medizinischen Lack ein kosmetischer gepinselt werden. Wer an Nagelpilz leidet, sollte das Fläschchen jedoch auf keinen Fall mit der besten Freundin oder einer anderen Person gemeinsam benutzen, denn das Risiko einer Keimverschleppung über den Lackierpinsel wäre dann sehr hoch.
Nagelstudio gezielt aussuchen
Erfahrene Nageldesignerinnen halten übrigens nicht viel von Plastiknägeln. Sie empfehlen Frauen, die gesunde Nägel haben, aber beispielsweise mit deren Form unzufrieden sind, Kunstnägel auf Gelbasis. Wie Alexandra McCarthy, Inhaberin eines Nagelsalons in Rorschach (Schweiz). „Da die Naturnägel durch das Gel geschützt sind, werden sie nur wenig mit aggressiven Reinigungsmitteln und Umwelteinflüssen konfrontiert.“ Unter den Gelnägeln können die Naturnägel ungehindert weiterwachsen. Doch auch beim Nagelstudio gilt: Kritisch sein bei der Auswahl des Studios und nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Hygiene und die Ausbildung der Mitarbeiterinnen schauen.




