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Nagelkosmetik

Nagellack trotz Nagelpilz?

Bei Nagelpilz hat sich die Anwendung eines medizinischen Nagellacks mit dem pilzabtötenden Wirkstoff Ciclopirox bewährt. Doch müssen modebewusste Frauen während einer solchen Behandlung auf die kosmetische Verschönerung ihrer Nägel verzichten?

Eigentlich nicht, denn Untersuchungen haben ergeben, dass der medizinische Lack nicht an Wirksamkeit einbüßt, wenn darüber ein kosmetischer Nagellack aufgetragen wird. Es sollte jedoch bedacht werden, dass regelmäßiges Lackieren und Entfernen von Lackresten mit Nagellack-Entfernern die Nageloberfläche austrocknet und die Poren verstopft. Kosmetische Nagelverschönerung kann also ein zusätzlicher Stressfaktor für den Nagel sein, der gerade gegen den Pilz "ankämpft". Außerdem besteht das Risiko, dass mit dem Lackpinsel die Pilzerreger von kranken Nägeln auf gesunde übertragen werden.

Zu Behandlungsbeginn besser nicht farbig lackieren

Ein medizinischer Lack gegen Nagelpilz muss im ersten Behandlungsmonat jeden zweiten Tag auf den erkrankten Nagel aufgetragen werden. Im zweiten Monat genügt dann eine zweimal wöchentliche, ab dem dritten Behandlungsmonat eine einmal wöchentliche Anwendung. Es ist ratsam, in den ersten beiden Behandlungsmonaten auf zusätzlichen kosmetischen Lack zu verzichten, um die Nägel nicht noch zusätzlich zu belasten und das Risiko einer Keimverschleppung praktisch auszuschalten.

Wird dann wieder kosmetischer Lack aufgetragen, sollte man darauf achten, kleine Fläschchen, die zügig aufgebraucht werden können, zu kaufen und den Lack auf keinen Fall mit anderen "teilen". Dies verringert das Risiko der Keimverschleppung.

Besondere Pflege für die Nagelhaut

Besondere Aufmerksamkeit sollte man bei einer Nagelpilz-Behandlung der um den Nagel liegenden Haut schenken. Denn in sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der pilzabtötende Nagellack bei Kontakt mit diesen Bereichen Rötung und Schuppung verursacht.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, können Hausmittel helfen: die empfindlichen Hautbereiche um den Nagel beispielsweise mit Weizenkeimöl oder Mandelöl bestreichen. Dazu ein Wattestäbchen in das Öl eintauchen, die Nagelhaut bestreichen und sie gegebenenfalls mit leichtem Druck zurückschieben. Eine Alternative ist handelsübliches Nagelöl.

Stabile Nägel sind weniger anfällig

Ebenfalls im Handel erhältlich sind Nagelhärter. Wer relativ dünne Nägel hat, die außerdem häufig einreißen, sollte ausprobieren, ob sich dieses Problem mit solch einem Produkt lösen lässt. Denn wenn Nägel einreißen, kann dies mikrokleine Verletzungen zur Folge haben, in denen sich wiederum Krankheitserreger wie zum Beispiel Pilze leicht einnisten können.


Quelle: Nach Informationen der Zeitschrift Hautkrankheiten, Band 77 (2002)
Autor: Claudia Bruhn
Stand: Jan 14, 2009


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