Ballenzeh, Spreizfuß & Co
Fußfehlstellungen begünstigen Nagelpilz!
Spreizfuß, Ballenzeh und weitere Fußfehlstellungen und Deformitäten können den Druck auf die Zehennägel erhöhen und damit Nagelpilz begünstigen. Zum Glück gibt es diverse Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen.
Nicht wenige Menschen haben - meist angeborene - Fußfehlstellungen wie beispielsweise Spreizfuß oder Plattfuß. Außerdem kann es im Laufe des Lebens zu Verformungen im Bereich der Zehen und des Vorderfußes kommen - Ballenzeh und Hammerzeh sind die bekanntesten.
Spreiz-, Senk- und Plattfuß
Die häufigste Fußfehlstellung ist der Spreizfuß. Zu den Ursachen zählen unpassendes Schuhwerk oder starke Belastungen durch langes Stehen (z.B. im Beruf) bzw. Übergewicht. Beim Spreizfuß ist der Vorderfuß verbreitert. Die Belastung der Zehengelenke verteilt sich nicht mehr gleichmäßig, sondern liegt vor allem auf den Knochen des zweiten und dritten Zehs.
Beim Senkfuß ist das Fußgewölbe im Vergleich zum normalen Fuß abgeflacht. Bei komplett durchgetretenem Fußgewölbe spricht man vom Plattfuß.Senk- und Plattfuß verursachen in frühen Stadien meist keine Probleme. Beim Spreizfuß kann es durch die Veränderungen in der Stellung der Gelenke zu Beschwerden beim Gehen und Stehen kommen. Gutes Schuhwerk, Fußgymnastik und häufiges Barfußlaufen sind geeignete Maßnahmen, um derartigen Fehlstellungen vorzubeugen.
Deformitäten durch unpassendes Schuhwerk begünstigt
Für den Ballenzeh (medizinischer Fachausdruck: Hallux valgus) gibt es verschiedene Ursachen. Oft entsteht er durch eine mechanische Dauerbelastung wie beispielsweise das Tragen von zu engen Schuhen bzw. Schuhen mit hohen Absätzen und spitz zulaufender Vorderseite. Vom Ballenzeh spricht man, wenn der große Zeh in Richtung der anderen Zehen gebogen ist und der Ballen am Großzehengrundgelenk mehr oder weniger stark hervortritt. Bei Hammerzehen ist dagegen das Zehenendgelenk stark ("hammerartig") nach oben gebeugt, während sich die restlichen Zehengelenke annähernd in Normalstellung befinden. Charakteristisch für eine Krallenzehe ist eine starke Beugung der Zehenmittel- oder -endgelenke, während das Zehengrundgelenk zu weit gestreckt ist.
Hilfe vom Orthopäden
Die beschriebenen Deformitäten sehen nicht nur unschön aus, sie verursachen auch häufig Schmerzen. Auch das normale Abrollen des Fußes kann erschwert sein. Beim Spreizfuß und beim Krallenzeh bilden sich auf den Zehen häufig Hühneraugen. Außerdem kommt es durch die Verformungen im Zehenbereich zu einem erhöhten Druck auf die Nägel, was wiederum Nagelpilz begünstigt. Beim Hammerzeh lassen sich die einzelnen Zehen schwer auseinanderbiegen ? dadurch bilden sich leicht wunde, entzündete Stellen, was wiederum das Eindringen von Fußpilzerregern begünstigt.
Daher ist es sinnvoll, bei Verdacht auf Fußfehlstellungen oder -deformitäten einen spezialisierten Arzt (Orthopäden) aufzusuchen. Durch Krankengymnastik, Schienen oder Einlagen können Beschwerden gemildert und das Fortschreiten der Verformungen zum Teil aufgehalten werden. So gibt es beispielsweise bei Hallux valgus Spezialschuhe oder auch Schienen (Orthesen), die nur über Nacht getragen werden müssen. Falls die Beschwerden damit nicht in den Griff zu bekommen sind, ist als letztes Mittel eine Operation möglich. Auch wenn Spreiz-, Senk- oder Plattfüße Probleme machen, kann der Arzt spezielle Einlagen verordnen.
www.chirurgie-portal.de
Christa Steinmann/Heinz-Ulrich Maikranz: "Alles für die Füße!" Ein Erste-Hilfe-Buch für Ihre Füße, Eigenverlag (1997)




