
Infektionen mit Bakterien
Schmerzhafte Blasen am Zeh
Außer Fuß- und Nagelpilz gibt es noch weitere Erkrankungen im Bereich der Finger und Zehen, die zwar teilweise ähnlich aussehen, aber anders behandelt werden müssen. In diesen Fällen sollte so schnell wie möglich ein Hautarzt aufgesucht werden.
Nicht nur Pilze, sondern auch Bakterien können im Bereich der Finger und Zehen Krankheiten hervorrufen. Die "Hauptverdächtigen" sind dabei Staphylokokken und Streptokokken.
Eitrige, gerötete Blasen
Streptokokken, seltener auch Staphylokokken, sind die Verursacher des so genannten Umlaufs (medizinischer Fachausdruck: Bulla repens). Dabei handelt es sich um eine oberflächliche Entzündung im Bereich der Fingerkuppen oder Zehen. Erkennbar ist der Umlauf an einer eitrigen Blase, die sich um die betroffene Fingerkuppe oder den Zeh herum legt und deren Umgebung gerötet ist. Je nachdem wie stark das Nagelbett betroffen ist, kann sich dabei sogar der Nagel ablösen. Bei einer Entzündung des Nagelwalls (Paronychie) ist dagegen meist eine Infektion mit Staphylokokken die Ursache. Wandert diese in die Tiefe des betroffenen Fingers oder Zehs, spricht der Arzt von einem Panaritium (tiefe Weichteilinfektion).
Arztbesuch empfehlenswert
Die geröteten oder sogar mit Eiter angefüllten Blasen sind nicht nur ein unschöner Anblick, sie können auch starke Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken. Wird die Infektion nicht schnellstmöglich behandelt, kann sie sich immer weiter in tiefer liegende Gewebeschichten ausbreiten. Deshalb ist es wichtig, so schnell wie möglich einen Hautarzt aufzusuchen. In leichten Fällen wird er desinfizierende oder antibiotische Salben oder Lösungen verordnen. In schweren Fällen müssen die Blasen jedoch eröffnet und gespült werden, damit der Eiter abfließt und die Krankheitserreger komplett vernichtet werden können.
Wie kann ich mich schützen?
Im Nachhinein lässt sich meist nur schwer nachvollziehen, wie die Bakterien unter die Haut gelangen konnten. Häufig bilden Wunden die ideale Eintrittspforte für Erreger. Wer beispielsweise im Garten mit Hacke und Spaten arbeitet und dabei nur leichte Sandalen trägt, läuft schnell Gefahr, sich zu verletzen. Auch bei der Nagelpflege können leicht Verletzungen entstehen, beispielsweise durch eingewachsene Nägel oder bei der Verwendung von Hornhautraspeln. Diabetiker sind besonders gefährdet, denn die Zuckerkrankheit schädigt kleine Blutgefäße (Kapillaren) und Nerven. Aus diesem Grund bemerken Diabetiker kleinste Verletzungen, zum Beispiel an den Fußsohlen, später als gesunde Menschen. Wer im Beruf oder in der Freizeit geschlossene Schuhe mit einem hohen Anteil an Kunststoff oder Gummi trägt oder tragen muss, hat ebenfalls ein höheres Risiko für Infektionen durch Bakterien und natürlich auch Pilze. Denn die Haut wird in wenig atmungsaktivem Schuhwerk aufgeweicht und die Krankheitserreger haben ein leichteres Spiel. Zu empfehlen sind daher Schuhe aus atmungsaktiven Materialien wie Leder, Leinen oder Baumwolle.





