Nagelpflege per Maschine
Schleif- und Poliergeräte für zu Hause und unterwegs - was kann man falsch machen?
Für die Maniküre und Pediküre sind unterschiedliche Schleif- und Poliergeräte erhältlich. Was ist der Unterschied zu den Geräten, die die Profis verwenden? Sind sie für jeden geeignet?
Schleif- und Poliergeräte, die in der medizinischen Fußpflege verwendet werden, haben meist sehr hohe Drehzahlen -zwischen 30.000 und 40.000 Umdrehungen pro Minute. Die handelsüblichen Manikür- und Pedikürgeräte dagegen arbeiten deutlich langsamer, zum Beispiel mit nur etwa 5.000 Umdrehungen pro Minute. Dies hat zur Folge, dass die Bearbeitung der Nägel sehr lange dauert, es kommt zu einer viel stärkeren Wärmeentwicklung und die Verletzungsgefahr steigt.
Für Nagel - Gesunde kein Problem
Ilka Hamann, die in Kiel eine podologische Praxis betreibt, meint dazu: "Gesunde Menschen können solche Handgeräte sicherlich ohne Bedenken anwenden, besonders für unterwegs oder eine Reise sind sie sehr praktisch. Wer aber einen Nagelpilz hat, sollte die Finger davon lassen. Denn wenn jemand in diesem Fall zu Hause seine Nägel immer mit demselben Gerät bearbeitet und keine Desinfektionsmaßnahmen durchführt, wie wir das in der Praxis machen, verschleppt er den Pilz ganz leicht von einem Nagel zum nächsten."
Desinfektion ist das A und O
"Wir Podologen haben auch einfach ganz andere Möglichkeiten und Auflagen, unsere Geräte und Hilfsmittel keimfrei zu machen", erklärt Ilka Hamann. " Was Instrumente wie Zangen, Scheren und Pinzetten betrifft, so sind wir verpflichtet, diese im Dampfsterilisator zu desinfizieren. Dabei werden alle Viren, Pilze und Bakteriensporen abgetötet, die Instrumente werden komplett keimfrei, sodass man sie praktisch zum Operieren verwenden könnte." Für andere Einsatzbereiche wie die Desinfektion von Behandlungsstühlen oder von Haut und Wunden oder für Fräser aus Keramik, die nicht dampfsterilisiert werden können, verwenden Podologen spezielle Desinfektionsmittel, die vom Robert Koch-Institut oder von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie dafür freigegeben wurden. Handtücher und Unterlagen werden mit einem speziellen desinfizierenden Waschmittel gewaschen. ?Alle Maßnahmen zur Haut-, Geräte-, Instrumenten- und Flächendesinfektion sind im Hygieneplan aufgeführt und können selbstverständlich eingesehen werden", so Ilka Hamann.
Einmalfeilen- eine Alternative?
"Einige meiner Kollegen und auch einige Nagelstudios verwenden Einmalfeilen, die die Kundin dann mit nach Hause nimmt. Dabei ist es wichtig, dass der Fußpfleger oder Nageldesigner die entsprechenden Hilfsmittel aus der originalverschlossenen Packung entnimmt. Auch das ist eine Möglichkeit zu verhindern, dass Keime von Mensch zu Mensch übertragen werden", sagt Ilka Hamann.
Einmalfeilen eignen sich auch für zu Hause, vor allem dann, wenn ein Familienmitglied von Nagelpilz befallen ist. Denn bei gemeinsam benutzen Feilen kann es leicht zu einer "Keimwanderung" innerhalb der Familie kommen.




