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Nagelpilzbehandlung

In schweren Fällen auch mit Tabletten

Bei leichtem Nagelpilz-Befall reicht eine örtliche Behandlung, zum Beispiel mit einem medizinischen Nagellack, meist aus. Schwerwiegende Formen der Erkrankung müssen jedoch mit Antipilz-Tabletten bekämpft werden.

Nagelpilz ist eine Infektionskrankheit und sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Strategien: eine äußerliche Behandlung (medizinischer Fachausdruck: Lokaltherapie) mit Zubereitungen wie z.B. medizinischer Nagellack, oder eine innerliche Behandlung mit Tabletten (systemische Therapie). Während Mittel für die Lokaltherapie meist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, muss eine systemische Therapie vom Arzt verordnet werden.

Ausmaß des Befalls entscheidet über Therapieform

Nach den ärztlichen Behandlungs-Richtlinien gilt: wenn nicht mehr als drei Nägel betroffen und die jeweiligen Nagelplatten zu weniger als 70 Prozent befallen sind, reicht eine äußerliche Behandlung meist aus. Wichtig für die Therapieentscheidung ist auch, in welchen Abschnitten des Nagels der Pilzbefall vorliegt; denn eine Infektion vorwiegend im Bereich der Nagelränder lässt sich leichter behandeln als eine im Bereich des Nagelbettes.

In schweren Fällen: Antipilz-Tabletten

Zu den Wirkstoffen, die in Tablettenform gegen Nagelpilz wirksam sind, zählen Griseofulvin, Terbinafin und Azole wie z.B. Fluconazol. Sie werden über das Blut transportiert und greifen den Pilz sozusagen von innen an. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel mehrere Monate.

Welcher Wirkstoff letztendlich ausgewählt wird, richtet sich nach dem Erreger. Der Arzt wird daher vor Behandlungsbeginn ein wenig Nagelmaterial abtragen und damit eine Pilzkultur anzüchten.Nicht selten kombinieren die Ärzte innerliche und äußerliche Behandlung. Dies hat den Vorteil, dass der Pilz von zwei Seiten ?in die Zange? genommen wird und dadurch schneller wieder verschwindet.

Neben- und Wechselwirkungen sind möglich

Bei einer äußerlichen Nagelpilzbehandlung treten nur sehr selten unerwünschte Wirkungen auf. So wurde beispielsweise in Studien mit Patienten, die einen medizinischen Nagellack mit dem Wirkstoff Ciclopirox anwendeten, lediglich - in sehr seltenen Fällen - eine Rötung und Schuppung der um den Nagel liegenden Haut beobachtet, wenn diese Kontakt mit dem Lack hatte.

Unter einer Behandlung mit Antipilz-Tabletten muss dagegen häufiger mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Dazu zählen beispielsweise Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Hautreaktionen. Dies verwundert nicht wenn man bedenkt, dass diese Tabletten nach der Einnahme einen langen Weg durch den Magen-Darm-Trakt und die Blutbahn nehmen müssen, bevor der Wirkstoff den Nagel erreicht. Im Vergleich zu früher sind die modernen Substanzen gegen Nagelpilz jedoch viel nebenwirkungsärmer. Zudem prüfen die Ärzte sehr sorgfältig, ob ein Betroffener für die systemische Therapie überhaupt infrage kommt. Beispielsweise dürfen Personen mit Lebererkrankungen, Schwangere und Stillende die genannten Wirkstoffe nicht einnehmen.

Außerdem fragt der Arzt vor Therapiebeginn mit Antipilz-Tabletten nach weiteren Medikamenten, die dem Patienten evtl. von einem anderen Arzt verordnet wurden oder die er sich rezeptfrei in der Apotheke gekauft hat. Damit soll verhindert werden, dass es zu Wechselwirkungen zwischen diesen Medikamenten und den Antipilz-Tabletten kommt.


Quelle: Onychomykose. Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft. AWMF online, www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/
Rote Liste, www.rote-liste.de
Autor: Claudia Bruhn
Stand: Mar 17, 2009


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