Forschung
Forscher entschlüsseln aktive Gedächtnisspuren
Mithilfe der Magnetenzephalografie konnten Forscher zeigen, dass Informationen beim Merken im Arbeitsgedächtnis periodisch abgespielt werden.
Im Alltag ist unser Arbeitszeitgedächtnis immer wieder gefragt. Ohne seine Dienste wäre es uns nicht möglich, Informationen wie Termine oder Namen kurzfristig im Gedächtnis zu speichern. Wie genau das Merken solcher Informationen jedoch vonstattengeht, war bisher nicht bekannt. Unklar war, ob Inhalte behalten werden, indem sie das Gedächtnis kontinuierlich abspielt oder aber immer wieder wiederholt. Aufgrund der besonderen technischen Voraussetzungen konnte diese Fragestellung bisher nicht wissenschaftlich untersucht werden.
Neurologen und Neurowissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Universität London konnten nun erstmal Licht ins Dunkel bringen. Ihnen ist es gelungen, den Inhalt von Hirnaktivität gewissermaßen live zu entschlüsseln.
Für die Untersuchung versuchten Probanden, sich Details einiger Bilder einzuprägen und im Gedächtnis zu behalten. Die Arbeitsgruppe um Professor Emrah Düzel zeichneten währenddessen die Hirnaktivität der Versuchspersonen auf. Mit Hilfe eines mathematischen Algorithmus entschlüsselten sie außerdem, welche Informationen sich gerade im Arbeitsspeicher bewegten. Auf diese Weise gelang es den Forschern, zu zeigen, dass die eingeprägten Informationen während des Merkens kontinuierlich und periodisch abgespielt werden.
Mit ihrer Forschungsarbeit ist es den Wissenschaftlern erstmals geglückt, zu zeigen, wie genau das Merken von Informationen vor sich geht. Die technische Fähigkeit, den Inhalt von Hirnaktivität mit hoher zeitlicher Genauigkeit zu entschlüsseln, könnte in Zukunft wesentlich dazu beitragen, die Ursachen von Gedächtnisstörungen besser zu verstehen.




