Studie
Disziplin ist ansteckend
Wer sich in einer Situation entscheiden muss und dabei an jemanden mit viel Selbstdisziplin denkt, handelt einer Studie zufolge selbst disziplinierter.
Doch das ist nur eine Seite der Medaille, denn leider trifft auch das Gegenteil zu. Das heißt im Klartext: Wer mit Menschen zu tun hat, denen es an Disziplin mangelt, lässt sich selbst gern zu Disziplinlosigkeit anstiften. Wer sich also für das neue Jahr ehrgeizige Projekte vorgenommen hat, also etwa ein paar Pfunde verlieren oder das Rauchen quittieren will, sollte sich mit besonders disziplinierten Freunden umgeben und sich von ihrer Selbstkontrolle anstecken lassen.
Schon frühere Studien konnten zeigten, dass Menschen das Verhalten ihrer Umgebung nachahmen und etwa anfälliger für Alkohol sind, wenn Freunde oder die Familie häufig zur Flasche greifen. Die aktuelle Studie von Forschern der Universität von Georgia zeigt, dass allein der Gedanke an ein Verhalten reicht, um zum Nachahmungstäter zu werden. Es sei außerdem ausreichend, den Namen eines guten Vorbildes zu hören, um selbst disziplinierter zu sein. Andersherum verleiten wenig disziplinierte Mitmenschen dazu, sich selbst gehen zu lassen.
Studienleiterin Michelle van Dellen untersuchte in fünf Versuchen, welchen Einfluss das soziale Umfeld auf das Verhalten hat. Allen Versuchen war gemein, dass die Probanden Verhaltensweisen guter und weniger guter Vorbilder beobachten bzw. assoziieren mussten und anschließend eine Aufgabe erfüllten. So wurden 71 Probanden in einem der Tests angehalten, Freiwillige dabei zu beobachten, wie sie sich zwischen einer Karotte und einem Keks entschieden. In späteren Selbstdisziplin-Tests schnitten jene am besten ab, die zuvor beobachtet hatten, dass sich die Person für die Karotte und gegen den Keks entschieden hatte.




