
Schlaf und Gedächtnis
Begleiteffekte von Schlaflosigkeit womöglich bald heilbar
Schlaflosigkeit hat negative Folgen für die Gedächtnisleistung. Eine Studie lässt darauf hoffen, dass Folgeerscheinungen wie Vergesslichkeit bald medikamentös behandelbar sind.
Zumindest bei Mäusen werden durch Schlafentzug jene Prozesse im Gehirn gestört, die einen entscheidenden Einfluss auf das Gedächtnis und die Lernfähigkeit haben. Durch die Behandlung mit einem Wirkstoff, der ein bestimmtes Enzym blockiert, verbesserte sich die Gedächtnisleistung der schlaflosen Nagetiere wieder. Bereits frühere Studien konnten zeigen, dass Schlaf essenziell für die Leistung des Gedächtnisses ist. In der jüngsten Studie von Forschern der Universität von Pennsylvania gelang es nun, ein Schlüsselenzym auszumachen und es mithilfe eines Wirkstoffs auszuschalten.
Für ihre Studie unterteilten die Forscher Mäuse in zwei Gruppen, von denen die eine fünf Stunden lang schlummern durften, während die andere rund um die Uhr wachgehalten wurde. Die schlaflosen Mäuse hatten große Probleme, einen einfachen Test zu bestehen, den sie im Vorfeld gelernt hatte. Die Analyse der Aktivität jener Gehirnregionen, die für das Gedächtnis und die Lernfähigkeit verantwortlich sind, zeigte erhöhte Werte des Enzyms PDE4 und eine verringerte Konzentration des Moleküls cAMP. Das Molekül beeinflusst die Vernetzung des Gehirns und auf diesem Weg direkt das Lernvermögen.
Nach Behandlung mit einem Medikament, das unter anderem bei Depressionen eingesetzt wird, wurden die müden Nagetiere ein zweites Mal unter die Lupe genommen. Es zeigte sich, dass die Konzentration des Enzyms PDE4 zurückgegangen war, während sich die Werte des Moleküls cAMP erholt hatten. Außerdem beobachteten die Forscher, dass nach der Behandlung fast jedes der Gedächtnisprobleme der schlaflosen Nagetiere behoben war.
Studienleiter Ted Abel erläutert, dass es ihm und seinem Team endlich gelungen ist, die molekularen Mechanismen aufzuspüren, die bei Schlafentzug die kognitiven Funktionen des Hippocampus einschränken. Er hofft, dass die jüngsten Erkenntnisse bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden von Menschen mit massiven Funktionsstörungen des Gedächtnisses Verwendung finden.





