Potenziale nutzen
Tipps für die richtige Lernstrategie
Lernen, speichern, erinnern - das sind wichtige Funktionen des Gehirns, denen wir auch unsere persönliche Entwicklung verdanken. 100 Milliarden Nervenzellen bilden die Grundlage für unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen.
Kapazitäten unter sich
Das Gehirn verarbeitet und speichert neue Eindrücke und Informationen auf unterschiedliche Weise. Es arbeitet sehr rationell: Nur Informationen, die als wichtig erachtet werden, bleiben gespeichert. Sie finden den Weg aus dem Arbeitsspeicher ins Langzeitgedächtnis und stehen damit langfristig zur Verfügung. Dabei wird neues Wissen mit bereits vorhandenem verknüpft. Da die Kapazität des Arbeitsspeichers jedoch begrenzt ist, findet hier ein ständiges Umsortieren und "Überschreiben" der alten mit neuen Informationen statt.
Mit Herz und Verstand
Ziel des Lernens ist es somit, die relevanten, neuen Informationen aus dem Arbeitsspeicher im Langzeitgedächtnis zu verankern und so zu verhindern, dass sie vorzeitig durch neue Informationen "überschrieben" werden. Dabei hilft die richtige Lernstrategie.
Isolierte Informationen, einzelne Vokabeln oder Formeln sind schwer zu lernen. Viel leichter ist es, wenn der Lernstoff in Sinnzusammenhängen steht, in Beziehung zueinander oder zu Bekanntem gesetzt wird. Strukturierung hilft, mehr Neues aufzunehmen. Ein Tipp ist z.B., Vokabeln rund um einen zentralen Begriff zusammenzustellen.
Auch die innere Einstellung verhilft zum Lernerfolg. Wer motiviert ist, den Lernstoff interessant, wichtig und spannend findet, lernt leichter. Am besten funktioniert das, wenn Emotionen im Spiel sind. Wer Gefühle zulässt, hat ein besseres Gedächtnis, denn das Gehirn mag Emotionen wie u.a. das Ergebnis einer amerikanischen Studie nahelegt, in der Probanden ein aufregender Film über eine Operation gezeigt wurde. Es stellte sich heraus, dass diejenigen, die versuchten, ihre Gefühle zu kontrollieren, sich schlechter an die Inhalte des Films erinnerten. Und schließlich: Lernerfolg schafft weitere Motivation, Unlust hingegen führt zu Aufnahmeblockaden.
Die Dosis macht den Erfolg
In jedem Fall kommt es beim Lernen auf die richtige Dosierung an, denn Über- oder Unterforderung wirken sich negativ aus. Teilen Sie den Lernstoff in überschaubare Einheiten ein, die gut zu bewältigen sind. Vier Mal fünf Vokabeln lassen sich leichter lernen als ein Mal 20.
Zur Verankerung des Gelernten im Langzeitgedächtnis reicht die einmalige Aufnahme auch bei hoher Motivation oft nicht aus. Das Gehirn lernt durch Wiederholung. Am besten funktioniert das, wenn zwischen Lernen und Wiederholen eine Schlafphase liegt. Um Überforderungen zu vermeiden, ist es wichtig, das Lernen dem eigenen Rhythmus anzupassen. "Lerchen" und "Eulen" haben unterschiedliche Hochphasen, in denen sie am aufnahmefähigsten sind. Danach sollten sich feste Lernzeiten in einem bestimmten Rhythmus ausrichten. Dabei folgt einer Aufwärmphase von fünf bis zehn Minuten die eigentliche Lernphase von 30 bis maximal 90 Minuten. Danach ist es Zeit für eine Entspannungsphase. Bewegung ist dann eine gute Maßnahme, um Energie zu tanken.
Ausreichend Energie ist die Grundvoraussetzung für die Leistungsfähigkeit des Gehirns und den größtmöglichen Lernerfolg. Das Gehirn braucht enorm viel Energie, um leistungsfähig zu bleiben. Den "Kraftstoff" dafür liefern Traubenzucker (Glukose), der aus Kohlenhydraten gebildet wird, und Sauerstoff. Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte unterstützen das Lernen. Daneben ist viel trinken (nicht erst warten, bis Sie Durst haben) und Frischluft angesagt.




