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Bewegt zu mentaler Fitness

Körperliche Aktivität bringt auch den Geist in Schwung

Von körperlicher Aktivität profitiert auch das Gehirn. Schon ein täglicher Spaziergang verbessert die Durchblutung und stärkt nicht nur Kreislauf, Muskeln und Gelenke, sondern fördert auch die Leistungsfähigkeit der Grauen Zellen.

Besser versorgt durch Bewegung

Sowohl Körper als auch Geist lassen sich gezielt aktivieren. Eine gute Versorgung mit Nährstoffen, spezielles Training und die Abwesenheit von Störfaktoren steigern in beiden Bereichen unsere Leistungsfähigkeit. Doch darüber hinaus fördert körperliche Aktivität auch die geistige Fitness, davon berichten immer mehr Wissenschaftler.

Dabei geht es nicht um schweißtreibenden Extrem- oder gar Leistungssport. Moderater Ausdauersport baut nicht nur Stress und Spannungen ab, sondern steigert auch die Gehirntätigkeit. Schon ein Spaziergang pro Tag zeigt Wirkung, wie die Ergebnisse einer Studie an der Universität Calgary nahelegen. Die Forschungsgruppe um Dr. Marc Poulin untersuchte die mentale Fitness von 42 gesunden Frauen, von denen 28 körperlich aktiv waren, z.B. spazieren gingen oder Aerobic machten. Insgesamt schnitten die körperlich aktiven Frauen u.a. in puncto Gedächtnisleistung und Reaktionsfähigkeit deutlich besser ab als jene, die eher träge durchs Leben gingen. Im Besonderen stellten die Forscher einen Zusammenhang zwischen kognitiver Leistung und der maximalen Sauerstoffkapazität im Blut sowie dem Blutdruck fest. Ihre Hypothese: Bewegung fördert die Durchblutung im Gehirn und damit die Versorgung mit Nährstoffen, die das Gehirn braucht, um Energie zu produzieren und leistungsfähig zu bleiben.

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Aktivität sensibilisiert Neuronen

Weiteren Studien zufolge wirkt sich körperliche Aktivität insgesamt günstig auf die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen im Gehirn aus. Ihre Empfindlichkeit für elektrochemische Signale steigt und die Weiterleitung dieser Reize funktioniert besser. Durch die Aktivität wird die Neubildung von Neuronen, synaptischen Verbindungen und Rezeptoren angeregt. Bewegung führt - vor allem im mittleren Alter - zudem dazu, dass das Stresshormon Kortisol abgebaut wird und mehr entzündungshemmende Stoffe gebildet werden, die die Zelle vor Schäden schützen.

Golfen für den Geist und Laufen für die Leistung?

Verschiedene körperliche Aktivitäten wirken sich auf unterschiedliche Bereiche des Gehirns aus und schulen unterschiedliche Fähigkeiten. Jogger berichten von "Glücksgefühlen" und guten Ideen, die sich beim Laufen einstellen. Dies führen Forscher zum einen auf unser Belohnungssystem im Zwischenhirn zurück, das bei Bewegung anspringt und körpereigene Opioide ausschüttet und zum anderen darauf, dass Gehirnregionen, die das Gehen kontrollieren, neben denen liegen, die Denkprozesse steuern. Mannschaftssportarten wie Volleyball, Fußball oder auch Badminton und Squash trainieren neben Bewegungsabläufen auch die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit. Die Komplexität wird noch dadurch erhöht, dass die Mannschaft als Ganzes agiert und jeder Spieler ständig mit den Mitspielern kommuniziert. Golfer gehen vor dem Spiel im Geist den Parcours durch und kombinieren Konzentrations- und Bewegungsphasen - ein wirksames körperliches und mentales Training.

Mit Ausdauer und Spaß zum Erfolg

Was, wie lange und wie häufig körperlich trainiert werden sollte, um eine Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit zu erzielen, hängt stark von individuellen Faktoren wie Trainingszustand, Alter und Gesundheit ab. Wichtig ist, dass die Bewegung Spaß macht. Zwang und Überforderung führen nicht zum Ziel. Egal ob man Radfahren, Laufen oder Schwimmen wählt, entscheidend ist, sich regelmäßig zu bewegen. Dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauertraining sind ein gutes Maß, um Körper und Geist fit zu halten. Zum Einstieg reichen auch schon zweimal eine Viertelstunde Bewegung aus. Wer fitter ist, steigert die Aktivität bis auf viermal eine Stunde pro Woche. Ruhige, gleichförmige Bewegungsabläufe bringen dabei mehr als Krafttraining. Geduld und das Hinarbeiten auf ein realistisches Ziel sind wesentlicher Bestandteil des Fitnessprogramms. Hilfreich ist es, die Aktivitäten als festen Bestandteil in den Alltag zu integrieren. Und zu guter Letzt gilt auch hier, viel trinken, ausreichend essen und schlafen unterstützen den spürbaren Trainingserfolg.


Quelle: Nach Informationen von Gesellschaft für Gehirntraining e.V. (GfG), Neurobiology of Aging, Social Science & Medicine, Steve Ayan: ?Bewegung für den Geist? in: Gehirn&Geist 5/2009 und Deutscher Olympischer Sportbund
Autor: Sabine M. Kempa
Stand: May 15, 2009


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