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Mentale Gesundheit im Beruf

Gut gestaltete Arbeit motiviert und hält geistig fit

Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Belastbarkeit. Das sind die Anforderungen der modernen Arbeitswelt. Entscheidend für den Erfolg im beruflichen Alltag ist geistige Fitness - und eine Arbeitsorganisation, die sie fördert.

Berufswelt unter veränderten Bedingungen

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Mensch seinen erlernten Beruf über Jahrzehnte und nicht selten gar im gleichen Unternehmen ausübte. Längere Lebensarbeitszeiten, die Flexibilisierung der Arbeitswelt, und damit verbunden die Notwendigkeit sich dauerhaft neuen Situationen und Herausforderungen zu stellen, werfen bei vielen Menschen vor allem eine Frage auf: Wie gelingt es, Jahrzehnte lang körperlich und geistig fit zu bleiben, um das Berufsleben zu meistern?

Produktivitätsfaktor mentale Gesundheit

Ein konkreter Ansatz ist eine sinnvolle Arbeitsorganisation. Denn so wie eine schlecht gestaltete Arbeit auf Dauer Körper und Geist schädigt, motiviert und inspiriert eine gut gestaltete berufliche Tätigkeit. Wichtig sind, wie Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, es nennt, eine Arbeit und Arbeitsbedingungen, bei denen die Beschäftigten hinreichend gefordert und gefördert werden?. Eine solche Arbeitsgestaltung lohnt sich für Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen, hat sich doch die Überzeugung durchgesetzt, dass das wichtigste Kapital der modernen Wissensgesellschaft geistige Leistungsfähigkeit ist.

Nach Erkenntnissen der Arbeitswissenschaft muss eine sinnvolle Aufgabenstellung

  • ausführbar ("menschenmöglich")

  • schädigungslos (ohne Gesundheitsgefährdung, mit ergonomischen Arbeitsmitteln)

  • beeinträchtigungsfrei (ohne psychische Belastungen)

  • persönlichkeitsförderlich (interessant und positiv)

sein.

Dabei kommt es gerade bei den letzten beiden Punkten stark auf die persönlichen Fähigkeiten und den Charakter des Einzelnen an. Denn was jemand konkret als belastend oder inspirierend empfindet und wo folglich die Grenze zwischen Förderung und Überforderung liegt, ist subjektiv.

Gemeinsam stark - Gehirnleistung und Arbeitswelt

Ganz generell jedoch gilt nahezu unabhängig von Herkunft, sozialem Status, Bildungsgrad und Persönlichkeitselementen: Eine gute Gehirnleistung verbessert die Voraussetzung, die Arbeitsanforderungen zu bewältigen und insgesamt zufriedener mit sich und seinen Lebensumständen zu sein. Ob und wie das persönliche Potenzial zum Einsatz kommt, ist dann die nächste Frage. Denn eine täglich herausfordernde, aber nicht überfordernde Arbeitswelt hat sich nicht automatisch jeder erschlossen, der sich in jungen Jahren für eine bestimmte Berufsrichtung entschieden hat. Doch es gibt eine Chance: Die mentale Leistungsfähigkeit lässt sich ein Leben lang gestalten und damit den beruflichen Anforderungen anpassen. Umgekehrt bestimmt auch die Arbeitswelt ein großes Stück weit die eigene Leistungsfähigkeit, Motivation und Fitness.

"Gute Arbeit" - eine Frage der Gestaltung

So lassen sich verschiedene allgemeingültige Kriterien aufzeigen, die die geistige Leistungsfähigkeit beim Arbeiten fördern:

  • Benutzerorientierung: Von entscheidender Bedeutung ist, dass die zu erledigende Aufgabe der Erfahrung und den Fähigkeiten desjenigen angepasst ist, der sie ausführen soll.

  • Vielseitigkeit: Aufgaben, die mehrere Fertigkeiten und Fähigkeiten erfordern, bringen das Gehirn auf Trab.

  • Ganzheitlichkeit: Eine Aufgabe ist von "A bis Z" zu erledigen. Sie enthält planende, ausführende, steuernde und kontrollierende Elemente.

  • Bedeutsamkeit: Die Aufgabe ist wichtig für einen Arbeitsprozess. Das motiviert.

  • Handlungsspielraum: Die Aufgabenstellung lässt Freiräume, innerhalb derer der Mitarbeiter nach eigener Vorstellung agieren darf, z.B. was Vorgehensweise, Zeitplan oder die Reihenfolge einzelner Teilaufgaben betrifft.

  • Rückmeldung: Es findet eine Kommunikation zwischen Kollegen und Vorgesetzten statt. Die Qualität der Arbeit wird gewürdigt.

  • Entwicklungsmöglichkeiten: Ein neues Aufgabenfeld regt zur Weiterentwicklung der eigenen Kenntnisse an und bietet die Möglichkeit, dazuzulernen.

  • Darüber hinaus sind auch Maßnahmen wie Gruppenarbeit und Arbeitsplatzrotation geeignet, mentale Fitness am Arbeitsplatz zu fördern.


Quelle: Nach Informationen von inqa - Initiative Neue Qualität der Arbeit, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Statistisches Bundesamt
Autor: Sabine M. Kempa
Stand: Apr 16, 2009


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