
Schlussfolgern und Urteilen
Welchen Einflüssen unterliegt das logische Denken?
Logisches Denken hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Es gilt als Garant für richtige Erkenntnisse, glasklare Lösungen und unbestechliche Urteile. Was ist das Besondere an dieser Fähigkeit? Und: kann man sie beeinflussen?
Denk doch mal logisch! Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört. Im Berufsleben und im Alltag wird so Objektivität und das – aus Sicht des Sprechers – richtige Ergebnis eingefordert. Logisches Denken ist allgegenwärtig, wenn es darum geht, rational zu urteilen und mentale Herausforderungen zu bewältigen.
Bewusstes Denken und Energie – nur gemeinsam stark
Logik ist die Lehre des richtigen Schlussfolgerns, eine Teildisziplin der Philosophie und der Mathematik. Logisches Denken bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, aus bekannten Informationen wie Beobachtungen oder vorliegenden Daten neues Wissen abzuleiten und erlernte Gesetzmäßigkeiten auf einen neuen Zusammenhang zu übertragen. Die Kunst des richtigen Schlussfolgerns schließt auch das Verstehen von Kausalzusammenhängen ein. Logisches Denken befähigt uns, Ursache und Wirkung zu erkennen. Es ist ein bewusster Denkprozess, der dabei im Gehirn abläuft. Anatomisch gesehen findet er im Frontalhirn statt, und zwar in der Hirnhälfte, die seriell Sprache und Zahlen verarbeitet. Bei Rechtshändern ist dies meist die linke. Unser Arbeitsspeicher läuft dabei zu Höchstleistungen auf. Logisches Denken kostet jede Menge Energie und verlangt dazu ein hohes Maß an Konzentration – sprich: es ist anstrengend.
Logik, Erfahrungen, Sinn – Bausteine unseres Urteilsvermögens
Wissen in einem neuen Zusammenhang anzuwenden, so genannte Transferleistungen zu erbringen, üben wir schon in der Schule. Im Mathematikunterricht lernen wir Formeln, die abstrakt bestimmte Gesetzmäßigkeiten abbilden. Die einfachste: wenn A=B und B=C, dann ist A=C. Sie erinnern sich. In Ausbildung und Beruf wird diese Art der Problemlösung beliebig komplex: Objektivität, rationales Arbeiten und Belegbarkeit von Ergebnissen sind gefragt. Dabei sind wir jedoch nicht frei von unbewussten Assoziationen und Emotionen. Das Ende aller Logik? Sicher ist, dass in unsere Bewertung von Situationen oder Fakten immer auch Vorkenntnisse, eigene Überzeugungen und Erfahrungen hinein spielen und nicht zuletzt der Anspruch, dass Ergebnisse auch sinnvoll sein müssen. Logik dagegen konzentriert sich auf formale Aspekte und Strukturen.
Abstraktion und Alltag – Äpfel und Birnen?
Logisches Denken allein führt nicht in jedem Fall zu einem guten und richtigen Ergebnis. So scheitern wir z. B. an zu großer Komplexität von Fragestellungen oder auch daran, dass wir uns nicht lange genug konzentrieren können, sprich die Energieversorgung im Gehirn nicht optimal ist. Das zeigen zahlreiche Untersuchungen. Oft sind es gerade Faktoren wie Emotionen und Intuition, mit deren Hilfe wir Bestlösungen erzielen. Das gilt besonders im Alltag.
Es gibt viele Gründe, logisches Denken zu trainieren und etwas für seine mentale Leistungsfähigkeit zu tun. Strategiespiele, bei denen unsere Kombinationsgabe gefragt ist oder mentale Übungen wie das Ergänzen von Zahlenreihen sind Trainingsmaßnahmen, mit denen wir unser Gehirn wirksam unterstützen können. Übungsbeispiele finden Sie auf dieser Website.





