Rückenschmerzen

Rückenschmerzen - Heilen ohne Schneiden

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Die Chirotherapie kann ein Mittel gegen Rückenschmerzen sein.
(c) Getty Images/iStockphoto

Schmerzen im Rücken - für viele ist das kein Grund, zum Arzt zu gehen. "Wird schon wieder" - so schleppt sich mancher mehr oder weniger gebeugt durch den Tag. Auch scheint der Griff zum Schmerzmittel mitunter unkomplizierter, als die Frage nach Ursachen. Dabei ist gerade mit diesen Schmerzen nicht zu scherzen. Doch wie die richtige Behandlungsmethode finden?

Rückenleiden können so unerträglich sein, dass Schmerzmedikamente als einziger Ausweg erscheinen. Doch Vorsicht: Die meisten greifen die Magenschleimhaut an. Im Extremfall kann es zu gefährlichen Magenblutungen kommen. Wer Schmerzmittel gegen seine Rückenschmerzen einnehmen will, sollte auf jeden Fall erst seinen Arzt fragen. Der kann nicht nur geeignete Therapien verschreiben, sondern auch nach den eigentlichen Ursachen fahnden.

Es muss nicht immer Chemie sein

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Die Schmerzen sind unerträglich, nicht einmal Tabletten helfen. In solchen akuten Fällen greifen Ärzte gern zur Spritze. Durch die Injektion schmerzstillender und entzündungshemmender Medikamente blockieren Mediziner die Schmerzweiterleitung. Das Ergebnis: Das Gehirn wird nicht mehr informiert, dass im Rücken etwas weh tut. Der Patient ist beschwerdefrei. Die Methode wird vor allem zu Beginn einer Behandlung verwendet. Bewährt hat sie sich auch im Anschluss an Operationen.

Heilende Hände: Chirotherapie

Eine sehr alte Heilmethode ist die Chirotherapie. Mit bestimmten Handgriffen kann ein geschulter Therapeut schmerzende Gelenke , wie etwa die zwischen den Wirbeln, wieder einrenken. Ein guter Chiropraktiker kann wahre Wunder bewirken. Ärzte, die keine große Erfahrung mit der Methode haben, können allerdings auch Schaden anrichten, bis hin zu Lähmungen. Wichtig ist daher, nur Therapeuten zu besuchen, die eine Zusatzqualifikation in Chirotherapie haben. Noch wichtiger: Wer eine Bandscheibenvorfall hatte oder auch nur einen Verdacht hat, einen solchen hinter sich zu haben, sollte sich nicht mehr chiropraktisch behandeln lassen. Das gilt auch für alle, die an den Bandscheiben operiert wurden.

In der Ruhe liegt die Kraft

So banal es klingt, einfache Bettruhe und Schonung ist eine der besten Therapien. Das gilt oft auch bei Rückenschmerzen. Wer sich allerdings zu lange schont, bei dem werden die Muskeln schwächer. Das begünstigt Beschwerden. Die Belastbarkeit nimmt dadurch ab, der Rücken wird noch anfälliger. Mehrere Tage Bettruhe aber können bei plötzlich auftretenden Kreuzschmerzen oder einem Bandscheibenvorfall durchaus helfen. Zur Entlastung der Wirbelsäule ist es hilfreich, die Beine beim Liegen in angewinkelter Stellung hoch zu lagern. Mediziner nennen dies Stufenbettlagerung. Die Zwischenwirbellöcher, aus denen die Rückenmarksnerven austreten, können sich in dieser Haltung erweitern. Das lindert die Schmerzen.

Heiß und kalt kann helfen

Wärme und Kälte sind seit Jahrhunderten ein Hausmittel bei Schmerzen. Wärme entspannt verhärtete Muskulatur und steigert die Durchblutung. Das lindert Verspannungsschmerzen. Orthopäden nutzt dies bei der Behandlung mit wärmendem Rotlicht. Kälte kann ebenfalls schmerzlindernd sein. Sie wirkt vor allem sehr schnell, weshalb viele Sportler während des Wettkampfes auf diese Weise behandelt werden. Kälte beeinflusst zudem die Muskelspannung und hemmt Entzündungen.

Training gegen Rückenschäden: Krankengymnastik

Physiotherapie - so wird offiziell genannt, was als Krankengymnastik geläufig ist. Muskeln werden dabei gezielt aufgebaut, Verspannungen gelöst, die schmerzende Wirbelsäule stabilisiert. Physiotherapie ist das A und O bei Rückenschmerzen. Wer ihnen auf die Dauer die Stirn bieten will, kommt nicht daran vorbei, regelmäßig ein Trainingsprogramm zu absolvieren. Parallel sollte verbesserte Körperhaltung trainiert und gelernt werden. Optimal ist es, wenn Arzt und Physiotherapeut eng zusammenarbeiten.

Entspannt und fördert die Durchblutung: Massage

Der jahrhundertealten Kunst der Massage vertrauen auch Physiotherapeuten. Medizinisch wirksames Massieren will allerdings gelernt sein. Dabei gilt es, gezielt Druck- und Dehnungsreize auf Haut, Unterhaut, Bindegewebe und Muskulatur auszuüben. Die Muskulatur wird entspannt, die Durchblutung gefördert. Häufig lassen die Schmerzen dann schon nach. Allerdings sind Massagen ein rein passives Verfahren. Der Schmerzgeplagte arbeitet nicht mit, baut keine Muskeln auf und ändert auf Dauer nichts an seinen Rückenproblemen. Massage ist vor allem als begleitende Therapie sinnvoll.

Heilung aus der Steckdose

Richtig dosiert muss er schon sein - dann kann elektrischer Strom durchaus heilen. Bei Rückenschmerzen werden vor allem mittel- und niederfrequente Ströme eingesetzt. Sie können Schmerzen lindern und zur Entspannung und Durchblutung der Muskulatur beitragen. Der Strom wird mit Elektroden auf der Haut oder durch Wasser in einem Vollbad zugeführt. Hochfrequente Ströme wie Kurz- oder Mikrowellen schaffen Erleichterung, indem sie schmerzendes Gewebe erwärmen. Eine besondere Form dieser Therapie ist die TENS-Behandlung (transkutane elektrische Nervenstimulation). Dabei kommt der Strom aus einem kleinen Gerät, das der Patient mit sich herumträgt. Auf diese Weise kann der Strom seine heilende Wirkung länger ausüben. Verwendet wird TENS vor allem bei chronischen Rückenschmerzen.

Alternative Therapien - nicht immer anerkannt

Als Schmerztherapie bewährt: Akupunktur

 In China wird Akupunktur schon seit Urzeiten angewandt, um Schmerzen zu lindern und Krankheiten zu heilen. Hintergrund ist die Vorstellung, dass der Körper von Energiebahnen durchzogen ist, durch die eine nicht näher definierte Körper- oder Lebensenergie fließt. Schmerzen und Krankheiten sollen entstehen, wenn der Energiefluss gestört ist. Das Einstechen von Nadeln an bestimmten Punkten der Energiebahnen soll den Energiefluss harmonisieren. In der Schmerztherapie hat sich die Akupunktur bewährt. Haupteinsatzgebiete sind Kopf- und Rückenschmerzen. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Umstritten: Heilung durch Fußreflexzonenmassage

Der Fußreflexzonenmassage liegt die Vorstellung zugrunde, dass alle Körperteile und Organe durch eine Zone auf der Fußsohle repräsentiert werden. Das Massieren dieser Flächen soll die verschiedenen Systeme wieder ins Gleichgewicht bringen und gesundheitliche Probleme beseitigen. Auch für den Rücken soll es eine entsprechende Zone geben. Die Methode gilt allerdings nicht als allgemein anerkannt. Wer die Fußreflexzonenmassage ausprobieren möchte, sollte klarstellen, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Millionen glauben daran: Homöopathie

Das Verfahren klingt zunächst absurd: Ein für den Körper schädlicher Stoff wird verdünnt, bis er die umgekehrte (positive) Wirkung zeigt. Wissenschaftlich belegt ist diese Grundannahme der Homöopathie nicht. Dennoch hat das Verfahren Millionen treuer Anhänger. Den richtigen Homöopathen zu finden, ist jedoch nicht einfach. Hardliner unter den Therapeuten verlangen ihren Patienten sehr viel ab: kein Kaffee, kein Tee, Meidung bestimmter Nahrungsmittel und so fort. Wer durch Schmerzen hohen Leidensdruck hat, kommt damit bisweilen nicht zurecht. Vorsicht ist bei Therapeuten angebracht, die neben der Homöopathie keine andere Behandlung zulassen.Wenn Sie mehr über die Akupunktur und ihre Wirksamkeit - auch- bei Rückenschmerzen wissen wollen, besuchen Sie unser Themen Special Akupunktur.

Bei Rückenschmerzen besser als ihr Ruf: Selbsthilfe

Perfektes Begleitprogramm: Yoga

Yoga ist eine perfekte Mischung aus Entspannung und körperlicher Übung. Durch meditatives Training entspannen sich Körper und Geist. So werden Bewegungen möglich, die unter normalen Umständen nur schwer oder unter Schmerzen gelingen. Gleichzeitig kräftigen die Übungen den Körper. Yoga bildet damit eine gute Ergänzung zum krankengymnastischen Übungsprogramm. Kurse bieten sowohl Volkshochschulen als auch Yogazentren und Fitnessinstitute an.

Bürogymnastik: kleine Übungen mit großer Wirkung

Sitzende Tätigkeit ist ein Hauptgrund für Schmerzen im Kreuz. Dabei braucht eigentlich nur auf einige Dingezu achten, wer Schäden vermeiden will. Der Stuhl sollte so eingestellt sein, dass die Beine fest auf dem Boden und die Kniegelenke im rechten Winkel stehen. Wer richtig sitzt, senkt die Druckbelastung der Wirbelsäule. Ein keilförmiges Kissen kann zusätzlich helfen, das Becken in die richtige Stellung zu bringen, um die Wirbelsäule entspannt auszubalancieren. Ein Drehstuhl vermeidet ungesunde Drehungen in der Wirbelsäule. Der Schreibtisch sollte so hoch sein wie die Ellbogen beim Sitzen, damit die Schultern ganz entspannt hängen.

Rückenschule: richtig tragen

Auch wenn wir es schon tausendmal gehört haben: Meistens tragen wir falsch, belasten unseren Rücken durch falsche Haltung ungemein. Dabei sind eigentlich nur wenige Regeln zu beachten:

  1. Keine Last mit gestreckten Beinen und gekrümmtem Rücken vom Boden aufheben, sondern die Füße möglichst nahe an die Last bringen und zum Heben in die Hocke gehen. Aus den Knien heraus anheben. Auch zum Absetzen der Last in die Hocke gehen.
  2. Schwere Lasten nach Möglichkeit aufteilen oder nicht alleine heben.
  3. Lasten immer dicht am Körper tragen. Den Körper nicht zur Gegenseite beugen.
  4. Einseitige Belastungen vermeiden und Lasten, wenn möglich, auf beide Arme verteilen.

Wie man sich bettet...

Im Schlaf verbringen wir einen Großteil unseres Lebens. Grund genug, die Wirbelsäule gut zu betten. Das Wichtigste: sie darf nicht abknicken, muss sich im Schlaf gerade ausrichten können. Matratze und Bettrost sollten daher auf keinen Fall zu weich sein. Wer auf der Seite schläft, kann mit einem Kissen in der Taille verhindern, dass seine Lendenwirbelsäule abknickt und belastet wird. Ein Kissen zwischen den Knien verhindert unnötige Scherkräfte in der unteren Wirbelsäule.

Auch falsche Ernährung geht aufs Kreuz

Richtige Ernährung kann gegen Rückenschmerzen helfen. Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Obst und Gemüse, die reich an Kalzium und Vitamin-D sind, halten die Knochen und damit auch Ihre Wirbelsäule in Schuss. Magnesium, als Brause oder Kapseln in der Apotheke erhältlich, entspannt die Muskeln und löst Verkrampfungen. Mindestens ebenso wichtig ist allerdings, auf das Gewicht zu achten. Je mehr wir wiegen, desto mehr muss die Wirbelsäule tragen.

Mitunter selbst Ursache für Beschwerden: Angst vor Schmerz

Schmerzen können auch "gelernt" werden. Das heißt nicht, dass sie nicht wirklich da sind. Innere Spannung und Erwartungshaltung kann Schmerzen verstärken oder gar hervorrufen. Wer sich innerlich verkrampft, etwa durch Stress im Beruf oder in der Beziehung, verspannt sich häufig, verstärkt seine eigenen Beschwerden. Entspannungstechniken wie autogenes Training können eine große Hilfe sein. Wer ständig unter Strom steht, kann durchaus Rückenschmerzen haben, die vorwiegend psychosomatisch bedingt sind. Ein entsprechend qualifizierter Arzt oder Psychotherapeut kann weiterhelfen.

Erste Hilfe für den Rücken: einfache Übungen gegen Schmerzen

Wer sich 30 Minuten täglich Zeit für Gymnastik nimmt, kann seinen Rücken richtig in Form bringen. Zwei Übungen zum Aufbau der Rumpfmuskulatur:

In Rückenlage

  1. Lendenwirbelsäule durch Anspannung der Bauchmuskeln auf die Unterlage drücken;Becken vom Boden abheben, bis Oberschenkel und Rumpf eine Linie bilden. Stellung einige Sekunden halten und einige Male wiederholen.
  2. Steigerung der Übung: Wieder in den Schulterstütz hochrollen, die Beine im Wechsel ausstrecken, dabei vermeiden, dass das Becken zu einer Seite abkippt.

In Bauchlage

  1. Oberkörper aufrichten. Die Ellenbogen unterhalb der Schultergelenke aufstützen. Füße auf die Zehenspitzen stellen und sich in den Stütz hochdrücken, so dass Oberkörper, Po und Beine eine Linie bilden.
  2. Steigerung der Übung: Beine im Wechsel anheben.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 23. Juli 2011

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