Herz & Kreislauf

Wie hält das Herz den Kreislauf in Gang?

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Das Herz ist die zentrale Pumpe des Kreislaufs
(c) George Doyle

Das Herz ist die zentrale Pumpe des Kreislaufs. Der faustgroße Muskel sorgt dafür, dass der Körper bis in die kleinste Einheit mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt wird. Allein im ruhigen Zustand oder bei leichter körperlicher Tätigkeit pumpt das Herz fünf bis sieben Liter Blut durch den Körper. Dabei garantiert ein ausgeklügeltes Kammersystem, dass es nur in eine Richtung fließt.

Das gesunde Herz hat die Aufgabe, die Bewegung des Blutes im Körper – den Kreislauf – aufrechtzuerhalten. Es bildet zusammen mit den Blutgefäßen eine funktionelle Einheit. Es besteht aus einem Muskel, der ein Hohlorgan mit vier Kammern bildet. Die Herzwand besteht aus der Herzinnenhaut (Endokard), der äußeren Herzhaut (Epikard) und dem dazwischenliegenden Herzmuskel (Myokard). Sowohl in der Funktion als auch in der Architektur werden das rechte und das linke Herz unterschieden. Das rechte Herz bildet den kleinen oder Lungen-Kreislauf. Hier wird das Blut aus der rechten Kammer in die große Lungenarterie gepumpt. Über diese gelangt es in die Lunge, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Das linke Herz besteht ebenfalls aus Vorhof und Kammer. Mit großer Kraft wird von hier aus das Blut in die Aorta und damit in den Körperkreislauf ausgeworfen.

Herzklappen als Schleusen

In jeder Herzhälfte sind Vorhof und Kammer durch eine ventilartige Klappe voneinander getrennt. Eine weitere Klappe befindet sich im Bereich der Ausflussbahn der großen Körperschlagader (Aorta) aus der linken Kammer sowie der großen Lungenarterie aus der rechten Kammer. Die Klappen öffnen sich, wenn in der vorgeschalteten Kammer ein bestimmtes Drucklevel überschritten wird. Dann wird der Weg frei für das Blut, das in die nachgeschaltete Einheit – Kammer oder Kreislauf – fließen kann. Sinkt das Druckniveau vor der Klappe wieder unter einen festen Wert, verschließt sich die Klappe und verhindert somit das Rückströmen des Bluts ins Herz. Durch diese Technik wird gewährleistet, dass das Blut nur in eine Richtung vorwärts strömt.

Die Herzfunktion

Voraussetzung für die normale Herzfunktion ist der unermüdliche Takt, den wir als Puls am Handgelenk oder Hals spüren. Die normale Herzfrequenz beträgt beim gesunden Erwachsenen in normaler Tätigkeit 70 bis 80 Schläge pro Minute. Das Schrittmachersystem des Herzens – der Sinusknoten – garantiert diese Funktion. Gleichzeitig ermöglicht es, dass sich das Herz bei Belastung den Erfordernissen anpassen kann. Indem beispielsweise der Schlagrhythmus erhöht wird, kann mehr Blut für besonders beanspruchte Organe wie zum Beispiel die Muskeln bei körperlicher Höchstleistung zur Verfügung gestellt werden. In Ruhe oder bei leichter körperlicher Tätigkeit werden pro Minute etwa fünf bis sieben Liter Blut ausgeworfen (Herzminutenvolumen).

Erkrankungen des Herzens

Das Tückische bei Erkrankungen des Herzens ist, dass sich Störungen aufgrund der zentralen Stellung des Organs auf den ganzen Körper auswirken. Weil Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 45,6 Prozent längst zu den häufigsten Todesursachen in den Industrieländern zählen, ist die Aufklärung über selbst verursachte Risiken und Stressfaktoren für das Herz ein vorrangiges Anliegen der Prävention.

Besonders folgenreich sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, Angina pectoris, Herzinfarkt) sowie der Schlaganfall. Unter den Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen sie die häufigste Todesursache dar. Als zum Teil vermeidbare Risikofaktoren gelten das Zigarettenrauchen, Übergewicht und Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und dauerhafte Bewegungsarmut.

Eines muss gleich vorweg betont werden: Es gibt keine typischen Symptome für Herzerkrankungen. Es kann jedoch zu Lippenzyanose, Blässe, Gesichtsrötung und Atemnot kommen. Manche Herzkranke verspüren plötzliche Todesangst.

Persönliches Motto: Herzgesund leben!

Nicht nur für ein gesundes Herz und einen stabilen Kreislauf lohnt es sich, auf vermeidbare Risikofaktoren zu verzichten. Hierzu gehören an erster Stelle das Inhalieren von Nikotin (entweder aktiv als Raucher oder passiv als Nichtraucher in verqualmten Räumen) sowie Übergewicht. Salzarme Kost schützt besonders die Gefäße und hilft gegen Bluthochdruck. Begutachten Sie einmal Ihre Ernährung und versuchen Sie, nach und nach eine gesunde Speisekarte für sich aufzustellen. Als Training für Ihren Körper sollten Sie sich eine regelmäßige physische Aktivität suchen, die vor allem Ihre Ausdauer verbessert. Besonders geeignet sind Fahrradfahren, Joggen, schnelles Gehen, Schwimmen, Skilanglauf und so weiter. Und vergessen Sie auf keinen Fall die Freude an allen Aspekten des Lebens und Ihren Optimismus.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2008

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